Heute war ein richtig harter Tag. ich musste 6cm dicke Platten schleppen, mehr als hundert Stück. Mir tut die Hand weh, ich kann kaum noch tippen. Ich habe mich ja langsam an die schwere Arbeit gewöhnt und diese Maloche macht mir nicht mehr ganz so viel aus. Doch Steine schleppen ist am schlimmsten, weil man so als nicht auf dem Bau arbeitender Mensch einfach keine wirklichen Muskeln in den Fingern bzw. generell in der Hand hat. Das habe ich heute zu spüren bekommen.

Aber ich will nicht rumheulen wie schlecht es mir geht, sondern euch von einem sonderbar schönen Moment heute erzählen. Ich weiß zwar nicht ob ihr den nachvollziehen könnt, aber selbst wenn nicht, freut euch einfach für mich.

Halb zwölf machen wir immer Pause, es war warm heute, also habe ich es mir auf ein paar Paletten bequem gemacht und dort mein Butterbrot, meinen Tee und meine Zigarette zu mir genommen. Diese Stille, obwohl es recht laut um mich herum war, war ein Moment, den ich wohl lange nicht vergessen werde. Ich war fix und fertig, wusste ich muss noch vier Stunden arbeiten, bin krank, hatte gestern Stress mit Jana, habe einen Exmatrikulierungsbescheid bekommen und auch sonst ist momentan nicht so rosig. Alles egal, in der Sonne mit der Kippe und dem Tee in der Hand auf einer dreckigen Palette habe ich heute meinen kleinen Moment Frieden gefunden.

Nichts war anders, als alle anderen Pausen, doch irgendwie….ich kann es wirklich nicht beschreiben. Es war schön.

/Nachtrag: Zum Thema Bauarbeiter noch ein witziges Video

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27. März 2007

Kommentare

Es ist eine Stille, die voraussetzt, dass man ganz bei sich ist, egal was um einen herum geschieht, wie im Zentrum eines Sturms, wo es auch ganz (wind-)still ist.
Noch weitere solche Momente, die Kraft geben.

Ich will kein Spielverderber sein. Momente, wie Du den Deinen oben beschreibst, sind einzigartig und wunderschön. Sie sind selten und es zeugt von einer gewissen Offenheit dem Leben gegenüber, daß Du solche Momente erspüren und erfühlen kannst.

Andererseits möchte ich Dir folgendes zurufen: Laß‘ Dich nicht unterkriegen und kämpfe weiter für die guten Dinge im Leben (vielleicht ein gemeinsames Leben mit Jana?). Manchmal muß man extrem beschissene Phasen durchstehen. Jaaa, ich weiß, das klingt doch sehr nach dem Spruch von einem Bauernkalender oder dem Tageshoroskop aus der aktuellen Zeitung ;-). Und doch ist es nach meinem Empfinden wahr. Ich wünsche Dir alles Gute, wünsche Dir auch, daß sich beispielsweise die Geschichte mit Deiner Exmatrikulation wieder einrenken läßt und überhaupt einfach eine große Kanne Glück.

Ich denke, dieses Gefühl wird erreicht, wenn man etwas gutes tut (Pause, Tee, Kippe) und es dabei schafft in der Gegenwart zu verweilen, ohne zu Problemen oder in die Zukunft (Ungewisse) abzuschweifen.

Ich denke wenn Du solche Kleinigkeiten genießen kannst, dann ist dies eine gute Vorraussetzung für alles kommende. Weil dann kannst Du auch schlechtere Zeiten überstehen, da Du aus Kleinigkeiten Kraft schöpfst.

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