Zynische Filme, Texte, Bilder. Nachrichten, die uns nicht berühren, nicht erreichen, weil wir uns schon so weit von uns allen entfernt haben, dass nur noch das Erbarmen des Neuen uns unsere Erbärmlichkeit zeigen kann.

Wir reden über Systeme, Anerkunnungsverhältnisse und Strukturen und bekommen einen Ständer wenn sie ihre Bluse öffnet, zeigt, dass sie will. Wollen ist das Wollen der anderen.

Als Postadornopisten nicht Schönberg. Der Arschficksong als genau das, was wir verdienen. Dunkellurche der kulturellen Praxis. Konstruktivisten ohne einen blassesten Schimmer, warum wir überhaupt Gott spielen sollten.

Was wissen wir schon über uns. Ziel, Teleologie, onthologische Abstürze in jedem Atemzug. Wir trauern der Jugend hinterher während wir noch jung sind und freuen uns endlich am Fenster stehen zu dürfen und den Konservatismus unserer verlotterten Gesellschaft zusprechen zu dürfen.

Die Gesellschaft, die wir nie wollten und der wir uns doch immer hingegeben haben. Mit jedem Schluck, jedem Zug an den Stengeln, die uns die Zeit zurückgeben, die wir uns stehlen.

Der Mensch ist gar nicht gut
Drum hau ihm auf den Hut.
Hast du ihm auf den Hut gehaun
Dann wird er vielleicht gut.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht gut genug
Darum haut ihm eben
Ruhig auf den Hut!

Bertolt Brecht

Große Worte, große Taten. Zynische Filme, Texte, Bilder. Zynischer Sarkasmus, der uns die Bretter gibt auf denen wir auf dem Ozean unseres jämmerlichen Zugegenseins überleben. Nicht nichtig, nicht wichtig, nicht mal wirklich.

Sport, Titten, Facebook, Smartphone, Kindle, Karriere, Weltfrieden. Hülsen hinter denen wir verstecken, dass die Leere in uns noch viel Größer ist als in unseren Begriffen. Schall und Rauch. Scheiß Metapher. Rauch hat die Anmut des Verflüchtigten. Wir verdünnisieren uns, laufen weg, suchen nicht einmnal.


9. November 2010