ich habe im Neon von September 2006 ein sehr interessantes Interview gefunden. Tim Hodkinson plädiert darin für eine Kultur, die ihrer Kreativität Freiraum lässt, Raum durch Müßiggang.

An sich nichts Neues, nichts Bewegendes und sicher auch nichts sonst weiter. Aber eine These sah ich doch als sehr interessant an.

. im Durchschnitt bewegen wir uns in einem Auto nur mit 5 Meilen pro Stunde fort!

Wie kommt der auf so ein Quatsch? Ganz einfach, er rechnet die Zeit ein, die wir durchschnittlich aufwenden mussten um dieses Auto zu kaufen. Man hätte ja in der Zeit auch irgendwo hinlaufen können, wo man dann hinterher hinfährt. Naja und 5 m/ph die kann man auch wirklich selber laufen:/

Warum also kauft man sich ein Auto? Um dann schnell zu sein wenn man auch schnell sein will/muss. Warum muss man schnell sein? Weil die ganze Gesellschaft auf Eile und Terminierung aus ist. Nicht was man insgesammt geschafft bekommt in seinem Leben ist von Relevanz, sondern was man in der Zeit die bezahlt wird leistet. Diese Bezahlung aber wiederum wird dafür verwendet, diesen Kreislauf weiter zu treiben, klar man kauft sich ein Auto.

. lustige Theorie, oder?

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17. November 2006

Kommentare

Lustig sicher nicht, vielleicht schon fast pervers.

Ich will es so sagen: Die extreme Mobilität von Arbeit und Gütern verschlingt auf den ersten Blick nicht gerade Unsummen. Man kann es sich ja leisten. Jedoch sind in dieser Mobilität noch lange nicht alle Kosten enthalten, die dadurch entstehen. Man sprich auch von externen Kosten. Würde alle diese eingerechnet, sähe die Sache anders aus.

Desweiteren wirken sich Autos auf das soziale Miteinander aus. Die Kontakte an Haltestelle, im Laden um die Ecke (der für Autokunden unattraktiv ist) und auf dem Weg zur Arbeit fallen weg.

So ganz nebenbei, ermöglicht das Auto den "natürlichen Rahmen" zu sprengen.

Naja..mit den Autos, das ist schon so eine Sache. Für den Familienausflug am Wochenende, den selbständigen Monteur sind sie sicher berechtigt, aber nicht für den täglichen Mobilitätswahn.

Ich wollte nicht so gegen das Auto wettern, denn nach dieser Rechnung von Tim Hodkinson würde der Zug, ja sogar das Fahrrad genauso schlecht wegkommen, der will einfach faul sein, dem Müßiggang fröhnen. Nicht sozialer Niedergang oder Umwelt bewegen ihn dazu.
Das aber der menschliche Fortschrittsdrang ist nicht zu bremsen, deshalb ist die Müßiggang Theorie auch müßig. Lahm.
Das Problem des Autos ist ein ganz anderes, was du ja richtig andeutest.

Auf den Müßiggang bin ich auch nicht direkt eingegangen. Obwohl mehr Muße eigentlich angebracht wäre. So hat man mehr Zeit über sich und seine Umwelt nachzudenken und entwickelt vielleicht die ein oder andere interessante Idee.

Oder man wundert sich nicht über die dahinrasenden Jahreszeiten, sondern nimmt deren Wechsel bewusst wahr.

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