Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob Werbung für den Atheismus sein muss und Sinn macht, was sich aber momentan in Deutschland abspielt ist ein Skandal. Ich bin gemeinhin sehr vorsichtig mit diesen übernutzten Wort, aber der atheistischen Buskampagne Werbung zu verweigern und gleichzeitig christliche Werbung zuzulassen ist eben das: ein Skandal.
Nach Vorbild der englischen Kapagne, die auf Bussen in London Werbung mit dem Titel „There is probablyno god – now stop worring and enjy your life“ geschaltet hat und damit ein weltweites Medienecho ausgelöst hat, sollen jetzt auch in Deutschland Busse mit dieser Werbung rollen. Doch die Verkehrsbetriebe weigern sich, meist mit dem Hinweis, dass weltanschauliche und ideologische Werbung generelol nicht zugelassen wird. Eine glatte Lüge, wenn man die von der Kampagne gemachten Fotos in den ablehnenden Verkehrsbetrieben betrachtet, die Plakate und Anzeigen für Jesus zu Hauf zeigen.
buskampagneWas berechtigt die deutschen Verkehrsbetriebe zu solch einer Doppelmoral? Sicherlich könnte ein jedes private Unternehmen Werbung annehmen und ablehnen wie es ihnen beliebt. Aber die Verkehrsbetriebe sind keine normalen proivaten unternehmen und werden zu einem sehr großen Teil vom Statts finanziert. Die Bundesrepublik Deutschland ist aber ein durch die Verfassung geschützter sekularer Staat. Die Trennung zwischen Kirche und Staat ist eine der wichtigsten Errungenschaften der Aufklärung und aus welchen Motiven erdreisten sich bitte diese Verkehrsbetriebe hier wieder in voraufklärerische Zeiten zurückzufallen?

Ich hoffe, dass den Leuten, die die deutsche Kampagne planen etwas einfällt und ebenso inständig hoffe ich, dass das Verhalten der Verkehrsbetriebe personelle Konsequenzen nach sich zieht.

Konsequenz wäre das Stichwort. Würde einem wenigstens diese ganzen „Jesus liebt dich“ Plakate in den Bussen und Bahnen erspart, weil die Betriebe konsequent ihre Linie durchziehen würden, dann hätte die Buskampagne viel erreicht, ohne ein Plakat aufzuhängen.

Und kommt mir bloß nicht mit christlich-abendländischer Kultur.

6. April 2009

Kommentare

Ja schon bedenklich dass eine atheistische Lebensanschauung in unserer Gesellschaft keine Lobby hat. Da müsste es eine Organisation geben die diese Interessen mal ein bisschen gebündelt vertritt.

Die Neutralität dieses Staates ist eine Fiktion bzw. wird nicht in der nötigen Konsequenz durchgesetzt. Das sieht man schon daran wie viele soziale Einrichtungen die Kirche betreibt.Pädagogik Studenten ohne Konfession haben ein echtes Problem, den circa 70% der Stellen vergibt die Kirche.Das geht weiter beim Religionsunterricht als verpflichtendes Fach Der hat nix in den Schulen verloren. Ich hoffe darauf das Pro Reli nicht siegt in Berlin, dar ich das Modell dort sehr gut finde. Auch die Tatsache dass das Kopftuch verboten der Habit aber gestattet wird regt mich immer wieder auf. Wenn schon dann verbot für alle, aber da wird ja immer dieses Totschlagargument des christlich Abendländischen Erbes aus der Kiste geholt.

Fazit bevor die CDU/CSU in diesem Land nicht marginalisiert ist wird da nichts passieren.

Nicht die beste… aber immerhin eine mögliche Lösung: nun fährt der Bus durch ganz Deutschland: http://www.buskampagne.de/

Die Kommentare der bürgerlichen Presse *nach* Scheitern der Pro-Reli-Kampagne sprechen Bände: die sind lernresistent… BILD und FAZ jubeln sogar wegen der wenigen Stimmen *für* Pro-Reli – und „vergessen“ zu erwähnen, dass die Gegenstimmen zahlreicher waren. (http://tinyurl.com/c9jjf5)
Widerliche Demagogen.
Nun soll der Bus fahren…

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