Ich bin fertig, fix und fertig. Nervlich schon länger. Das Referat wird morgen gehalten, neun Uhr fünfzehn und wird dann eine Woche auf dem gewissen haben. Meine Woche auf dem gewissen haben. Versaut, unweigerlich verloren. An Martin. Ich dachte ja am Anfang ich bin zu blöd. Aber jetzt, ne. Wie auch immer, morgen halten, abhaken, nie wieder Heidegger lesen. Ach ja, Thema ist der Aufsatz „Die Frage nach der Technik“ von eben jenem Martin Heidegger, der ……, „$%/“……., &%$%“#, ……

Kann man nicht hier wiedergegen, blutrot, mein Gesicht. Das netteste an der Geschichte, ein feiwilliges Referat, keine Note. Ich Trottel. Ne aber der Ehrgeiz, komm Junge kämpf dich durch, ja ne ist klar. Was hat es mir gebracht? Nichts. Wirklich. Nichts. Ich fühl mich nicht schlauer, zu meinem Wesen bin ich auch nicht tiefer hinzugedrungen.

Selbst lyrisch, was er ja sein soll, wenn man mal nicht drauf achtet, das er ja eigentlich Philosophie betreiben wollte, zumindest ne Zeit lang, aber selbst lyrisch finde ich ihn unter aller Sau. Kein verständnis für solch einen Stil. Auch nicht wenn davon das Seelenheil der ganzen und auch zukünftigen Welt abhinge, nein, so muss man trotzdem nicht schreiben.

Eine kleine Kostprobe gefällig?

„Einmal fordert das Ge-stell in das Rasende des Bestellens heraus, das jeden Blick in das Ereignis der Entbergung verstellt und so den Bezug zum Wesen der Wahrheit von Grund auf gefährdet.“

Nein, ich habe mich nicht verzitiert, der meint das wirklich so. Was auch immer, morgen halten, abhaken, scheiße.

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24. Januar 2007

Kommentare

Manchmal wär’s vielleicht sinnvoller, vorher jemanden zu fragen. Aber: eigene Erfahrungen sind immer sinnvoller, vor allem aber länger anhaltend. Sorry!

Kompliment, dass du es versucht hast.
Ich bin durch mein Studium der analytischen Philosophie, die hier in Göttingen gelehrt wird, schon derart verzogen, dass ich nach Sätzen wie "Das Nichts nichtet" einfach denke "Das ist ja noch nichtmal falsch" und das Buch beseite lege.
Ich empfinde das als Mangel, als würde ich mich damit dem "Positivistenstolz auf die eigene Naivität" (Adorno) anheim geben. Und an sich bin ich des Glaubens, wenn ich die Texte von offensichtlich intelligenten Menschen lese, dass aus der Lektüre etwas zu gewinnen sei. Bei Adorno ist es mir einigermaßen geglückt, obwohl auch er hier ein Nichtautor ist.
Letztendlich ist das Problem an Heidegger, wenn ich es richtig sehe, dass er Alltagsbegriffe umdefiniert ("Man", "Gerede"). Sehe ich das richtig?
Man muss sich also völlig in eine neue Begriffswelt hineindenken, innerhalb derer alles einen Sinn ergibt, nur um dann "den Weg zurück" in die Alltagssprache nicht mehr finden zu können.
Das war zumindest mein Problem mit Adorno, der Heideggers "Jargon der Eigentlichkeit" sehr gründlich auseinandergenommen hat.
Weiß auch nicht, was ich jetzt eigentlich sagen wollte. Zuviel Pfefferminztee für die Zeit, sorry.

Das Referat ist mir ganz gut gelungen. Auch wenn ich mich nicht auf die Sprache Heideggers eingelassen habe, denke ich schon, so langsam eine Ahnung zu bekommen, was der Mann überhaupt will.

Bei Heidegger heißt es dranbleiben. Im Zweifelsfall auch jedes einzelne Wort für sich interpretieren. Und es nie bei einer einzigen Interpretation belassen, sondern immer die ganze Bandbreite im Kopf behalten. Und dann natürlich viel lesen von ihm. Dann kommt man auf den Kniff, wie die Wortkonstruktionen Zustande kommen. Mir hat es auch geholfen zu versuchen in seinem Stil zu schreiben. Sich bei einem aktuellen Problem zu fragen: Wie hätte Heidegger es wohl formuliert? Das ist dann oft sehr erhellend, auch für das Problem selber.

ich wüßte wirklich nicht mit welchem Grund ch das vor mir rechtfertigen könnte? Warum soll ich bei jemanden dranbleiben, desser Grundgedanken einfach nicht beweisbar sind, da kann ich doch auch gleich beim nächsten Straßenguru vorbeischauen. Sorry für die harsche Zurückweisung, ich danke dir ja für deinen Tipp, aber würde dich als jemand, der scheinbar Heidegger mag, herrausfordern.

Ich sehe einfach keine philosophische Substanz in seinem Denken.

„Eigentlich sind wir tot. Es sei denn, wir entscheiden uns.“
Martin Heidegger

„…oder wir werden entschieden. Sind wir dann nicht eigentlich auch tot?“
Dat KlaKoWa

hab ne CD
Heidegger liest Hölderlin
nach dem wurde für ich ne Straße in Marburg benannt
also Hölderlin war mir zugedacht.

Dann weiß ich noch wat vom „Geworfen sein“
Mehr denn nicht
es reicht mir auch.

Frage:
Was ist die höchste Kunst des Denkens?

gruß
klausi läßt das Mausi nitt

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