Er öffnet eine Tür mit schwarzem Licht. Laut scheint er in das Leben. Knarzend, leicht quietschend werden die Angeln bewegt. Hebend, senkend. Der Rand des Raumes füllt sich mit schwarzem Schein, die Mitte bleibt leer für einige Zeit. Das Licht quillt langsam, fließt in Wellen und macht doch halt vor der Mitte, die er uns entzogen hat.

Er reißt nicht, zerrt nicht, nimmt und geht und bleibt und ist. Mitte ist und bleibt und ist mit uns. Mitte war, wird. Wir reißen, wir brechen, wir sind. Wir trauern und trösten, wir weinen und beten. Wir sind in der Mitte, wir sind bei uns, wir sind nicht mehr, wir alle.

Die Mitte fehlt, die Mitte bleibt, der Weg gabelt sich ohne Entscheidung der Richtung. Es bleibt kein Loch, er macht halt vor der Mitte.

Der Tod kennt weder Grau noch bunt. Schwarzes Licht, weiße Mitte, blutrotes geschlagenes Herz. Die Zeit bringt Farbe, die Mitte bricht auch alle Zeit uns nicht.

Wir gedenken, lachen, weinen, trinken, schreien, schluchzen. Nur der Schmaus bleibt uns im aufgereckten Halse stecken. Bewegung, Stille und Trauer, uns ist jetzt alles Er-bestimmt. Unsere Mitte stimmt nicht mehr, schwingt nach, hallt lang. Die Mitte ist Melodie des Lebens.

Der Raum wird größer, Licht entweicht nicht, wir sterben immer teils mit ihm. Mitten in uns lebt er in vergangener Zukunft. Das Leben ist nicht wortgewaltig.

Wir zu sagen ist jetzt fromm, fehlt uns doch das Wort dafür. Ein Teller mehr, ein Messer fehlt! Das Zählen ist jetzt Rückwärtsschreiten. Geschichten werden ausgebreitet, was hat er nicht alles für uns mit erlebt. Ein Bild, ein Witz, wir lachen viel. Lachen über, mit, und wegen. Es ist wie … ja, wie ist’s denn jetzt?

Geht ein Mensch, dann bleiben übrig, die die gerne mitgegangen.

Du hast mehr Mitte hinterlassen als Trauer. Es fehlt an Mitte. Wir vermissen dich.

14. März 2008