Ich habe heute in meiner WG aus dem Zeitschriftenkorb auf der Toilette einen Werbeprospekt eines bekannten deutschen Lebensmitteldiscounters gefischt und die Angebote studiert. Dabei ist mir eine Passage, die mit einem weißen Informationsicon ausgestattet wurde, ins Auge gesprungen. Verwundert habe ich folgendes gelesen:

In der unberührten Natur des südlichen Afrikas wächst der Marulabaum, dessen wilde Früchte besonders bei den Elefanten beliebt sind.

Es wird für irgend so einen Likör geworben und vielleicht schmeckt der auch gar nicht schlecht. Vielleicht hatte ich sogar mit dem Gedanken gespielt das Zeug mal zu probieren, bis ich diesen Informationshappen gelesen hatte. Denn irgendwie passt das. Nicht. Denn wenn diese tollen Bäume so unberührt sind, wo hat denn der Likörhersteller seine Früchte zur Herstellung denn bitte pflücken lassen? Von unberührten Bäumen? Nicht oder?

Da kann ich mir nur zwei Möglichkeiten denken. Entweder steht in diesem Informationshappen nur irgendwas Assoziatives drin, was mich so von hinten durch die Brust zum Kauf animieren soll, weil ja natürlich und unberührt und deshalb toll und das mag ich nicht so. Werbung von hinten. Oder aber der Informationshappen ist irgendwie richtig und die Bäume sind da in Afrika immer noch ganz besonders wild unterwegs und in diesem tollen Likör ist nur Chemiesuppe drin. Dann ist das wohl auch nicht das Getränk meiner Wahl.

Ich bin mir zwar wirklich bewusst, dass man Werbung so nicht aufnehmen sollte, aber ich habe bei solch einem Geschwurbel irgendwie immer das Gefühl mir tritt jemand voll vors Schienbein, um mich auf ihn aufmerksam zu machen. Dann will er mir was verkaufen. Aber ich denke mir nur, was tut das weh.

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29. Mai 2010

Kommentare

Das Bild zeigt aber doch Tulpen oder sind es Blätter des unberührten Marulabaumes? Schön, dass es hier wieder was zu lesen gibt. Sofas auf Dauer machen müde!

Der Likör heißt Amarula und ist tatsächlich nicht ganz zu verachten. Die Früchte werden tatsächlich wild gesammelt. Laut Wikipedia sind damit etwa 60.000 Menschen 6 Wochen im Jahr beschäftigt und den Rest des Jahres ohne Einkommen.

Ich kenne das Likör und die Frucht. Den Film mit den betrunkenen Elefanten habe ich auch schon mal bei ZDF gesehen. Die Tiere waren so was von dizzy, dass sie nicht mehr stehen konnten.

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