Ich schaue gerade „Leading to War“ den man sich auf gleichnamiger Webseite kostenlos herunterladen kann, was ich jedem empfehle. Gibts auch auf Deutsch. Der Film zeig anhand ausgewählter Ansprachen des amerikanischen Präsidenten George W. Bush und einiger seiner Minister, den Weg zum Kriegsbeginn im Irak.

Anders als beispielsweise Michael Moore kommt dieser kritische Film aber ohne Lügen und Gegenpropaganda aus, da er nur das Gesagte rekapituliert. Dass dies eine Auswahl darstellt und so durchaus dem Kontext nicht entsprechen muss, sollte man allerdings im Hinterkopf behalten, um nicht den selben Fehler wie die Regierung Bush zu begehen, ausgewähltes Material, das nur in eine Richtung zeigt, als Fakten auszuweisen. Es sind zwar Fakten, aber sehr zweifelhafte, da aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ nichts über deren Gewinnung gesagt werden könnte. Wenn aber der Ursprung solcher Fakten nicht überprüft werden kann, dann können sie auch nicht als Fakten angesehen werden, denn sie sind es wegen ihrer starken Rechtfertigung als Fakten und nicht wegen einer wie auch immer gearteten Wesenhaftigkeit als Fakten.

Dem trägt interessanter Weise Rumsfeld Rechnung, indem er auf genau die Frage nach der Rechtfertigung der „Fakten“ antwortet, dass diese sicher irgendwann zu genüge diskutiert werden wird. Interessant daran ist, dass dies nicht zu einem Aufschrei geführt hat, sondern zur Wiederwahl.

Lasst uns einen Krieg führen. Ob er gerechtfertigt ist könnt ihr irgendwann überprüfen, jetzt geht es um die nationale Sicherheit. Was verängstigten Menschen doch alles zu verkaufen ist. Und ich will nicht andeuten, dass dies eine Besonderheit des amerikanischen Volkes ist, unser Innenminister fährt ja durchaus eine ähnliche Strategie der Herrschaft durch Angst. Glücklicherweise haben wir eine funktionierende Gewaltenteilung, stellt euch Mal vor, da würde gar niemand mehr überprüfen.

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14. Mai 2008