Würde man unser Leben verfilmen, dann bin ich mir sicher, es würde das Heroische, dieses Auflehnen gegen die Entfremdung, hervorgehoben und ganz sicher der Satz fallen, dass unser Krieg ein anonymer sei. Doch das heroische daran bringt immer der Film mit in den Kontext. Deswegen bewegen und stoßen mich Kriegsfilme so sehr ab. Ein gleichzeitiges Hingezogen-sein zur Möglichkeit in die das leben der Menschen zu blicken, die die Helden sind, denen wir noch heute sprachliche und materielle Denkmäler setzen, wie auch ein Abgestoßen-sein von der Überspitzung des Leidens und seiner so vollzogenen Umkehrung in das Gegenteil. Anti-Kriegsfilme sind kriegserfüllte Filme und selbst Kriegsfilme sprechen die selbe Sprache. Der Betrachter einzig spricht ihnen ihren Status zu. Ein Grund, warum unser Leben nicht verfilmt werden wird. Wir machen alles selbst, das Internet gibt uns die Chance dafür. Wir statuieren an uns ein Exempel.

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2. Juli 2008

Kommentare

Die digitalen Errungenschaften unserer Zeit könnten in wenigen Jahren zu unlesbarem Datenmüll verfallen. Die Beständigkeit unserer geistigen Auseinandersetzungen ist somit in Frage gestellt. Die Autonomie eines simplen Buches wird zeitlos im Bücherregal uns immer eine Länge voraus sein. Generationen nach uns werden kaum noch eine Möglichkeit haben etwas über uns in Erfahrung zu bringen. „Billig“ fordert einen hohen Tribut!

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