Ich stöber gerade durch alte Texte von mir auf der Suche nach dem, was mich damals angetrieben hat und was heute ein wenig verloren gegangen ist und finde den Artikel Wahre Liebe ist eine Entscheidung. Passend dazu unten den Track von Curse, der damals andauernd auf meinem Aldiplayer lief. Schreiben war nicht Gedanken konkret auf Papier bringen und dadurch Inhalte schaffen, sondern ein existenzielles Bedürfnis irgendwie Ordnung in das Chaos in meinem Kopf zu bringen. Es wird oft über den Zusammenhang von Wahnsinn und Genialität geschrieben. Veilleicht trifft das auch im ganz kleinen Rahmen zu. Vielleicht ist mein Leben mittlerweile ein wenig zu „normal“ geworden, als dass ich noch die ganz abgefahrenen Sachen zu schreiben hätte. Und die Geschichte zum oben genannten Artikel ist abgefahren. Bloggen konnte ich nur das Ergebnis. Drei Menschen kennen auch die Geschichte. Einer davon leidet und ich fühle mich schuldig, dass dies nicht ich bin. Vielleicht hat mich gerade deshalb dieser Artikel angesprungen und ich versuche daran etwas festzumachen, was viel mehr mit mir, als mit dem Bloggen zu tun hat. Man kann nur schreiben, was man irgendwie auch selbst ist.

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Ich sollte mal wieder diese kleine aber wirklich feine Welt verlassen, die ich in den letzten zwei Jahren um mich herum aufgebaut habe und frische Luft schnappen. Veränderungen waren schon immer der Anreiz meines Lebens.

Gut erinnern kann ich mich auch noch an den Text „Was ist Gerechtigkeit„, der im Zusammenhang mit einer Vorlesung entstanden ist, die ich im ersten Semester gehört habe. Heute bin ich Tutor dieser Vorlesung und beschäftige mich weniger mit den Inhalten als zu der Zeit. Da stimmt einfach irgend etwas nicht.

Oder ein weiterer Fall: Wie sehr ich mich darüber aufregen konnte, dass man die goldene Regel und den kategorischen Imperativ vertauschen konnte und dies auch noch in der Wikipedia getan wurde. So wie dieser schlichtweg falsche Vergleich mittlerweile aus der Wikipedia verschwunden ist, ist auch meine Wut verraucht, die mich zwar das ein oder andere dumme Statement gekostet hat, aber eben auch viele Artikel und Gedanken hervorgebracht hat, die ich noch heute so unterschreiben würde. Nur anders, natürlich.

Alte Liebe rostet nicht und meine Liebe zum Schreiben ist ungebrochen, aber Flekcne machen sich definitiv bemerkbar. Vielleicht linse ich deshalb alle 10 Minuten zum Feedreader, in der Hoffnung, dass mein Bruder auf seinem Blog mal wieder etwas geschreiben hat. Der schreibt nämlich noch mit dieser existenzialistischen Kraft, Unbekümmertheit und dem Schuss Naivität meiner Anfangstage. Und es macht verdammt Spaß daran teilzuhaben.

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4. Dezember 2008

Kommentare

Habe dazu ganz aktuell ein Buch von Hans Kreis gelesen: Wahre Liebe leben. Er verbindet hier Mythos und Erkenntnisse aus der Hirnforschung. Mit acht Schlüsseln zeigt er dir den Weg hin zu einem neuen Liebesbewusstsein, egal ob als Single oder in einer Beziehung. Erst wenn man sich selbst erkennt und lieben lernt, seine Sehnsucht wahr nimmt und diese Sehnsucht nicht unterdrückt, sondern ihre Kraft nutzt, wird man ein bewusst Liebender. Nebenbei verabschiedete ich mich von Lebenslügen und alten Vorurteilen. Mit eingebauten Liebesübungen kann man zwischendurch immer wieder das Gelesene praktisch umsetzen. Das Buch öffnet einem die Augen über die wahre Liebe.

„Man kann nur schreiben, was man irgendwie auch selbst ist.“ Vollkommen richtig. Ich finde das macht einen Blog gleich viel authentischer. Ich lese zwar auch gerne Blogs in denen es um das tägliche Geschehen auf der Welt geht, aber ich finde Sachen aus dem Leben anderer Personen einfach viel spannender. Man kann mitfühlen und mitzittern. Man kann vielleicht auch mal einen guten Rat geben. Und ich finde es gut, solange deine Liebe zum schreiben andauert solltest du auf gar keinen Fall aufhören. Die Beiträge sind echt toll.

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