Schlucken. Das musste ich sehr oft während dieses Buches. Das besitzergreifende Gefühl der absoluten Traurigkeit herrunterschlucken. Schlucken und wieder und wieder. Absolute Traurigkeit. Panik. Flucht. Das ist dieses Buch. Verzweiflung, ganz dick eingepackt, tief verwurzelt.

Eine Reise, ihre erste und letzte. Eine Mutter und ihre beiden Kinder reisen an das Meer. Denn sie sollen einmal das Meer sehen. Sie will zeigen, dass sie eine gute Mutter ist.

Das Seelenleben dieser Frau wird so real gezeichnet in diesem Buch. Das Leben einer sehr kranken Frau, die so homophob ist, dass sie nicht mehr klar kommt in einer Gesellschaft, die ihr so Fremd ist, wie nur irgendmöglich. Angst bestimmt ihr Leben.

Ein kleiner Ausschnitt ihres Lebens ist dieses Buch. Ein schrecklicher Ausschnitt. Das Buch ist nichts für Tage, an denen man noch etwas vor hat. Danach kann man nicht mehr feiern gehen, ja nicht mal mehr Menschen ansehen ohne wieder schlucken zu müssen. So ging es mir, jeder liest verschieden, aber dieses Buch geht jedem ans Herz.

Veronique Olmi – Meeresrand
btb-Verlag 2004
ISBN 3-442-73229-8

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1. November 2006

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