Ich hatte hier ja schon berichtet, dass ich dieses Buch besprechen werde. Ich habe dort auch gesagt, ich werde keine Leseempfelung, sondern eine Aufforderung es zu lesen schreiben. Ihr merkt schon, das Buch hat mir gut gefallen, sehr gut, unglaublich gut gefallen.Und doch konnte ich mich bisher nicht aufraffen, es zusammen zu fassen. Obwohl es gar nicht so schwer ist, wie bei manch anderem Buch. Aber wenn ich nur die Handlung beschreibe, dann geht etwas verloren. Das Buch hat mich so fasziniert, weil es so tief ist. kein wunder, ist es doch von einem Philosophieprofessor geschrieben. Aber es ist keins dieser Bücher mit dem aufgesetzten Tiefgang, mit gezwungen philosophischen Fragen. Es stellt all die Grundfragen der Philosophie. Aber das Buch antwortet mit den Worten und den Erklärungen der Lyrik, nicht der Philosophie.

Raimund Gregorius ist Altphilologe und unterrichtet an einem Berner Gymnasium. Er ist eine Koryphäe seines Faches, aber ansonsten ist nicht viel los mit ihm. Langweilig würde es wohl treffen. Nemand hätte von ihm erwartet, was Inhalt des Buches ist. Er geht, einfach so, mitten in einer Griechischstunde. Lässt seine Bücher auf dem Pult liegen und geht. Fährt nach Lissabon. Wegen einer Frau die er nie zuvor gesehen hat und einem Buch eines geheimnisvollen Mannes. Er fährt nach Lissabon um den Autor eines Buches zu finden, was er in der portugiesischen Buchhandlung von Bern gefunden hat. Das ist die Handlung.

Aber es geht nicht um liebe, oder sehr viel weniger als in anderen Büchern, die beginnen mit einem Mann der eine Frau trifft und sein Leben ändert. Es geht um Identität, um Selbsterfahrung, es geht um Freundschaft, Ehre, Verstand, Religion und es geht um Widerstand. Sprache ist das Mittel dieses Buches, nicht nur weil es ein Buch ist, sondern weil Sprache das Geheimnis des Amadeo de Prado ist.

Lesen! unbedingt!

Mercier, Pascal: Nachtzug nach Lissabon. btb. München. 2006. 495 Seiten.
ISBN: 3-442-73436-3

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13. Januar 2007

Kommentare

Habe mir heute das Buch bestellt, fand die Bespechung und die Kostprobe vor ein paar Tagen sehr appetitanregend. Bin mals gespannt, wrlchen Eindruck ich nach dem Essen habe. Geben dann noch einmal einen Kommentar ab.

Ich war Ende Februar in Dresden. Der Regen brachte mich dazu eine Buchhandlung aufzusuchen. Dort winkte mich aus der Fülle
das Buch „Nachtzug nach Lissabon“so an, dass ich es neben anderen kaufte. Zurück in Prag, nahm ich es in der Nacht von Samstag auf Sonntag in die Hand, las es in einem Zug. Heute fliege ich nach Lissabon. Es sind immer Bücher, die meine Sichtweise ändern, ergänzen. Dieses wirkt auf mich so elementar wie einst in jungen Jahren „Wunschloses Unglück“ von Peter Handke und Rupert Riedls „Evolution und Erkenntnis“ und „Die Verwandlung“ von Franz Kafka.

Ich habe das Buch auch in Tschechien gelesen, meist in einem verrusten Keller in den Beskyden, weil ich den Kohleofen befeuern musste und dabei gelesen ahbe. ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand lesen. Ich habe übrigens die tollen Hotels gesehen, für die du arbeitest, nichts für meinen geldbeutel, aber vielleicht schaue ich mal vorbei, wenn ich das nächste Mal in Prag bin.

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