„Es ist ein Irrtum zu gleuben, die entscheidenden Momente eines Lebens, in denen sich eine gewohnte Richtung für immer ändert, müßten von lauter und greller Dramatik sein, unterspült von heftigen inneren Aufwallungen. Das ist ein kitschiges Märchen, das saufende Journalisten, blitzlichtsüchtige Filmemacher und Schriftsteller, in deren Köpfen es aussieht wie in einem Boulevarblatt, in die Welt gesetzt haben. In Wahrheit ist die Dramatik einer lebensbestimmenden Erfahrung oft von unglaublich leiser Art. Sie istdem Knall, der Stichflamme und dem Vulkanausbruch so wenig verwandt, daß die Erefahrung im Augenblick, wo sie gemacht wird, oft gar nicht bemerkt wird. Wenn sie ihre revulutionäre Wirkung entfaltet und dafür sorgt, daß ein Leben in ein ganz neues Licht getaucht wird und eine vollkommen neue Melodie bekommt, so tut sie das lautlos, und in dieser wundervollen Lautlosigkeit liegt ihr besonderer Adel.“

Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Ich lese momentan von Pascal Mercier „Nachtzug nach Lissabon“ dem diese Texstelle auf Seite 53 entnommen ist und kann mich kaum aufraffen, wg von diesem Buch. Wenn ich nicht in Tschechien wäre und mich so lange darauf gefreut hätte, alle hier wiederzusehen, dann würde ich nicht schlafen, essen, reden bevor ich das Buch durchgelesen hätte.

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2. Januar 2007

Kommentare

Hallo Raphael. Pascal Mercier ist Professor für Philosophie an der FU in Berlin. Ich kenne ihn aber noch nicht. Dass er sowas in Romanen schreibt, lässt mich drauf gespannt sein, wie seine Vorlesungen sind.
Er heißt als Philosoph aber anders; Peter Bieri.

Schoen dich hier zu treffen, ich bin gerade in Brno. Dass er Philosophieprofessor ist habe ich heute im Umschlag gelesen, wunderbar dieses Buch. Ich werde naechste Woche eine Rezension schreiben, wenn die Zeit reicht, muss noch fuenf Seiten Nietzschereferat schreiben. Die Rezension wird keine Leseempfelung sondern ein Muss zu lesen.

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