Da war mal ’ne Puppe,
Eine schöne, keine Plage.
Doch keiner wollte sie haben.
Warum? Gute Frage.

Ihre Besitzer wechselten Tag für Tag.
Und so merkte bald die kleine Puppe:
„Es gibt keinen, der mich wirklich mag!“

Keiner wollt’ sich um sie kümmern,
Keiner wollte sie pflegen.
So blieb die Puppe allein – liegen im Regen…

Ihr Haar wurde dreckig,
Die Kleider zerrissen,
Arme und Beine gebrochen,
Doch wurd’ sie nicht weggeschmissen.

Sie wurde weggelegt in eine dunkle Kist’
Tief im Keller vergraben unter ’nem Haufen Mist.

Keiner sah ihre Tränen,
Keiner hörte sie weinen.
Sie sagte zu sich selbst:
„Ich werd’ ganz allein bleiben.“

Und sie hoffte nicht mehr,
Dass es jemals passiert,
Dass Jemand sie findet,
Den sie interessiert.

Aber es geschah doch,
Und nach endlosem Warten,
Öffnete Jemand die Kiste
Und trug die Puppe in den Garten.

Sie wurde gewaschen und neu frisiert,
Arme und Beine geheilt,
Die Kleider repariert.

Sie erstrahlte wieder in einem neuen Glanz:

Haare so leuchtend, wie Gold,
Augen so blau, wie das Meer
Somit wusste die Puppe:
„Jemand mag mich jetzt sehr!“

Von nun an musste sie nie wieder unglücklich sein,
denn Jemand liebte sie sehr!
Sie war nie mehr allein!

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17. Mai 2005