Die Blogbibliothek

Heute erreichte mich eine Anfrage des neuen Projekts Blogbibliothek, die uns Autoren hier auf der Endlosrekursion bittet einige unserer Artikel dort listen zu lassen. Es gäbe schon einige Empfehlungen unserer Texte. Die Blogbibliothek hat sich zum Auftrag gemacht, die besten Blogtexte im deutschsprachigen Raum zu sammeln. Ohne kommerzielle Ansprüche und mit dem Ziel die Textperlen der kleineren Blog einem größeren Publikum zu präsentieren.

Ich habe mich wirklich gefreut, dass diese Wahl der Blogperlen auch die Endlosrekursion getroffen hat und halte überhauptd as Projekt von Kurt Steuble, Roman Hanhart und Caro Nadler für ein sinnvolles. Aber die Art und Weise der Umsetzung des Projekts birgt einige Probleme, die ich in diesem Artikel gerne darstellen möchte und hoffe, so zu einem sinnvollen gelingen der Blogbibliothek beitragen zu können. Denn unter gegebenen Umständen würde ich meine Artikel nicht freigeben und auch niemandem empfehlen diese freizugeben.

Alles fängt an mit der Technik. Ich versuche mich, wie sicherlich einige aus leidvollen Gesprächen schon wissen, als Suchmaschinenoptimierer. Ein solcher versucht seine Internetprojekte so gut es geht für Suchmschinen wie Google aufzubereiten, dass diese möglichst gute Rankings, also Plätze in den Suchergebnissen, erreichen. Und genau daher rührt auch mein Einwand.

Es ist ein alter Hut in der Suchmaschinenoptimierung, dass Google nur eine Seite im Index führt, wenn zwei Seiten mit dem selben Inhalt aufzufinden sind. Ganz sicher, welche Seite Google listet, kann man sich nie sein, Google wartet da durchaus ab und an mit Überraschungen auf. Im großen und ganzen kann man aber sicher sagen, dass die Seite, die „stärker“ ist, den Inhalt in den Index drücken wird.

Nun ist allerdings aufgrund der wirklich guten Idee von der Blogbibliothek zu erwarten, dass diese eine starke Seite sein wird. Blogger berichten und Linken. Links sind das wichtigste Kriterium für die Stärke einer Seite. DIe Blogbibliothek wird also stärker sein, als die meisten Blogs, aus denen sie Beiträge vorstellt.

Nun ist es nicht besonders tragisch, wenn ein Beitrag eben nicht mehr auf dem eigenen Blog, sondern bei der Blogbibliothek gefunden wird, weil diese jetzt mit dem Artikel im index ist. Denn darum geht es ja. Blogger zu unterstützen, die zwar gute Texte schreiben, aber aus vielerlei Gründen keinen starken Blog ahben und deshalb nur wenig Leser erreichen.

Allerdings kann die doppelte Inhalt für kleinere Blogs wirklich bedrohlich werden und mit etwas Pech zum Komplettausschluss von Google führen. Das ist zwar sicher der sprichwörtlich an die Wand gemalte Teufel und doch sehr unrealistisch, aber dennoch, helfen wird es den Blogs sicherlich nicht, es sei denn sie sind stärker als die Blogbibliothek.

Nun könnte man anmerken, dass man sich doch nicht von Google diktieren lassen sollte, wie man seine Projekte plant und durchführt. Allerdings ist Google der zuverlässigste Beschaffer von Lesern, wenn man wenigsten ein paar Links auf seine Seite gerichtet hat. Und diese Leser zu verlieren wird schwerer wiegen, als die Freude der Anerkennung durch die Aufnahme bei der Blogbibliothek.

Vor allem, weil all dieses durcheinander gar nicht sein muss. Google und alle mir bekannten anderen Suchmaschinen bieten eine Möglichkeit an, eben mit diesen doppelten Inhalten umzugehen. Es gibt die Möglichkeit Seiten direkt aus dem Index auszuschließen. Google ignoriert diese Seiten einfach, bzw. folgt, so gewünscht und angezeigt noch den Links aufd er Seite. Und genau das wäre ein Modell für die Blogbibliothek. Alle Übersichts-, Quellen- und Autorenseiten lässt man im Index und die Artikelseiten schließt man einfach aus. Das kann man über das Metatag „robots“ mit „noindex,nofollow“ wunderbar implementieren.

Das Projekt gewinnt, weil es seine sinnvolle Aufgabe voll wahrnehmen kann und die besten Texte aller deutschsprachigen Blog sammeln kann und so die Autoren dieser Texte unterstützen kann, ohne diese um ihre potentiellen Leser von Suchmaschinen zu bringen. Die Autoren gewinnen, weil sie neue Leser einerseits durch die Blogbibliothek direkt gewinnen und andererseits durch die Verlinkung der Blogbibliothek indirekt mehr Leser auf ihr Blog gebracht werden.

Ich hoffe, dieser Anstoß bringt euch weiter, denn ich würde euch sehr gerne erlaube einige meiner Texte in die Bibliothek aufzunehmen und das gesamte Projekt wachsen zu sehen.