Den Titel dieses Artikels trägt ein Hörbuch von Barbara Ellermeier und untersucht sowohl die Geschichte, als auch den literarisch-gedanklichen Hintergrund der Weißen Rose. Die Weiße Rose ist zu einem Symbol für den innerdeutschen Widerstand im 3. Reich geworden. Und mit diesem Symbol, mit den Menschen hinter diesem Symbol, beschäftigt sich das Hörbuch. Die Namen Hans und Sophie Scholl werden dem Leser dieser Zeilen in den Sinn kommen und es hat sicher seine Berechtigung, dass die Geschwister Scholl meist allein im Geschichtsunterricht auftauchen. Ellermeier möchte aber auch die anderen Personen im Kreis der Weißen Rose betrachten, ihre Umwelt, ihre Einflüsse, die Gedanken, die sie getrieben haben, ein so gefährliches Unterfangen zu betreiben. Hitler zu stürzen und die deutschen Intellektuellen aus ihrem verängstigten, geistigen Koma zu erwecken um dem beschämenden, wahnsinnigen und schrecklich grausamen Diktat der Nazis ein Ende zu bereiten.

weisse_rose.GIFDoch bis es zum Widerstand gekommen ist, musste viel passieren, mussten viele Bücher gewälzt werden. Die Flugblätter der Weißen Rose werden später zum Widerstand gegen Hitler aufrufen. Sie werden seine Ablösung fordern, notfalls mit Gewalt. Und der Tyrannenmord ist ein moralisches Problem, über dass viel gesprochen wurde, im Kreis der Freunde. Freunde waren die Mitglieder der weißen Rose, wenn sich auch nicht alle Mitglieder kannten. Ausgehend von München, zog sich bald ein Netz von Sympathisanten und Mithelfern durch ganz Deutschland. Flugblätter wurden geschrieben und gedruckt, verschickt und verteilt. Unter großer Gefahr. Die Gestapo hatte Deutschland mit ihrem subtilen Informanten- und Denunziantennetz fest umklammert.

Hans Scholl war der Wortführer im Münchener Ursprung der Weißen Rose. Vielleicht deshalb die Konzentration des Geschichtsunterrichts auf ihn und seine jüngere Schwester Sophie. Doch die anderen Mitglieder brachten Gedanken ein, stellten Bücher vor und traten für Meinungen ein. Die Weiße Rose war zunächst ein Lese- und Diskussionszirkel. Worüber hier diskutiert wurde, wie die Bücher und Schriften den späteren Widerstand beeinflussten, das beschreibt Barbara Ellermeier in ihrem Hörbuch.

„Das intellektuelle Umfeld der Weißen Rose“ ist keine detaillierte Auseinandersetzung mit dem gedanklichen Hintergrund des Widerstands, das muss der Leser selbst leisten. Es werden die Bücher und wichtigsten Schritte zum Entschluss des Widerstands vorgestellt. Lesen muss man sie alleine. Das Hörbuch führt ein in die Welt der Weißen Rose und ist damit vor allem für all jene geeignet, die einen Einblick bekommen wollen. All diejenigen, die genau wissen möchten, welche Stellen bei Laotse, bei Kant, bei Thomas in die Briefe und Diskussionen eingeflossen sind, der wird wohl um ein Quellenstudium in den Archiven nicht herumkommen. In Staunen versetzt hat mich die Schwierigkeit der Weißen Rose Bücher im 3. Reich zu besorgen und so wurde mir zum ersten Mal bewusst, welche geistige Einschränkung das Verbot und Verbrennen von Büchern in dieser Zeit bedeutet hat.

Ein angenehm gesprochenes Hörbuch, dass manchmal ein wenig wiederholend wirkt und an einigen Stellen eine bessere Struktur verdient hätte. Dennoch kann ich es jedem ans Herz legen, der sich in das Umfeld und die Gedanken der Weißen Rose einhören möchte.

Das Hörbuch „Das intellektuelle Umfeld der Weißen Rose“ von Barbara Ellermeier (ISBN 978-3-938307-60-1) ist im Auditorium Maximum Verlag erschienen und dort steht auch eine Hörprobe bereit, die einen ersten Eindruck vermittelt. Der Verlag bietet auch noch weitere interessante Hörbücher rund um die Philosophie an, vielleicht komme ich ja auch noch dazu, eines dieser Hörbücher zu rezensieren, Nietzsche würde mich sehr interessieren.

Disclaimer: Ich wurde für diesen Artikel nicht bezahlt und nehme auch keine Bezahlung für Artikel an. Ich habe das Hörbuch kostenlos für die Rezension zur Verfügung gestellt bekommen, schreibe diesen Artikel aber aus eigenem Antrieb. Es ist eigentlich schade, solch einen Disclaimer schreiben zu müssen, aber im Sinne der Transparenz sicher angebracht.

10. November 2007

Kommentare

Bitte stärker auf die Rechtschreibung achten! Die vielen Fehler entwerten den Text, sie wirken wie Kratzer auf dem Lack beim Autoliebhaber.
Gruß von Bernhard Füßler

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