Keine Angst, das wird nicht der fünfzigtausendste Artikel über gutes Bloggen schlechtes Bloggen und ganz sicher auch keine Topsliste, wie ich mich in 3 Schritten zur größten Bloghure aufschwinge, sondern leichte Reflexion über die Frage warum man bloggen sollte. Ich habe ja gestern geschrieben, dass ich einen Bloghoster in Tschechien aufbaue, für Freunde und Bekannte, später wohl auch für jedermann. Dabei frage ich natürlich im Bekanntenkreis rum, wer denn alles Interesse hätte. Es kommt immer die Gegenfrage, warum denn überhaupt. Meist gleich nach der Frage was denn ein Blog so sei.

Dann erklär mal jemanden warum er bloggen sollte, ich kann das jedenfalls nicht sonderlich gut. Man könnte jetzt was von Ausdrucksmöglichkeit reden, von schriftlich fixierter Meinungsbildung, aber wenn jemand das sost nicht macht, warum sollte er es im Internet tun: Schreiben. Nichtalle Menschen mögenSchreiben oder empfinden es sogar als ihr Hobby. Für mich war es damals, als ich meine erste Homepage gebastelt habe, nur die Frage, ob und was ich wirklich veröffentlichen möchte, habe ich doch in der Zeit eher Persönliches geschrieben. Aber diesen Hintergrund hat kaum jemand, oder wer von euch allen da draußen hat schon vor der Blogzeit regelmäßig seine Gedanken aufgeschrieben? Sicher einige, aber so viele wohl auch nicht, oder täusche ich mich da?

Nun, mittlerweile tun das wohl Einige, wie die auch immer dahin gekommen sind. Ich bemerke jedenfalls, dass einige meienr Bekannten wirklich einen Sinn darin sehen, einen Blog zu führen. So wie Maťa, die für ein Auslandssemester nach Portugal gegangen ist und in ihrem neuen Blog bei mir ihre Freunde, Verwandten und Bekannten auf dem laufenden hällt. So macht es auch meine Freundin, die jetzt schon seit über einem Jahr Tagebuch über ihren Aufenthalt in Deutschland schreibt. Auch Vlastik hat einen Sinn gefunden und nutzt den Blog um seine Arbeit als Lehrer zu reflexieren. Aber viele von mir Gefragte wissen nichts so recht damit anzufangen, wollen aber doch irgendwie einen Blog. Könne man mit Freunden Spaß haben und sich gegenseitig Kommentare zu lustigen Sachen schreiben. Habe ich nichts gegen.

Aber so genau zeigt sich mir auch gerade die Blogosphäre, auch wenn sie sich nicht so gut eingrenzen lässt wie die paar Blogs meiner Plattform Webitus. So viel anders als ein Sozial Network ala StudiVZ, ing und Konsorten ist das auch nicht. Einige wissen genau, was sie damit anfangen wollen und viele machen einfach mal mit. Finden dann auch sicherlich ihren Platz und den Sinn dafür, aber kommen erstmal nur schnuppern. Ist es nicht gerade auch so in der Blogosphäre? Sind nicht viele Konflikte (nicht alle) darauf zurückzuführen, dass so vollkommen andere Vorstellungen vom bloggen existieren, aber alle das selbe Wort benutzen?

Dabei soll hier nicht vom oben genannten Spaß am Schreiben auf höhere Qualität geschlossen werden oder andere Formen als nicht grundlegend sinnbildend ausgegrenzt werden, sondern ich will vielleicht daran appelieren, dass sich mal wieder Gedanken darüber gemacht wird, wie unterschiedlich das Wort Blog doch benutzt wird. Wie unterschiedliche Konzeptionen, wenn überhaupt welche, vorhanden sind und wie subjektiv diese doch geprägt sind. Ich denke nicht, dass die Aufteilungen in Spaßblogger, Blutblogger, Seolinkhuren, Qualitätsjournalismus und was weiß ich noch, einem anderen Sinn verfolgt, als sein Hobby 1. zu rechtfertigen und 2. diese Rechtfertigung gegen anders Denkende zu verteidigen. oder wie sonst soll ich das verstehen, wenn wohl auf dieses Blog wohl alle Bezeichnungen zutreffen, den Qualitätsjournalismus vielleicht mal ausgenommen. Ich habe Spaß am Bloggen, habe sogar ein Videoblog wo Youtube mit Dreizeilern gemischt werden, habe auch das ein oder andere Blut auf der Tastatur, mit all dem Geifer, der in manch einem Artikel von mir hochkommt, gegen Links habe ich auch nicht und führe SEo macht mir Spaß, habe wohl auch schon den ein oder anderen qualitativ höherwertigen Artikel geschrieben. Was bin ich denn jetzt. Ein ganz schlechter Blogger?

Seid ihr im Leben auch immer so konsequent und langweilig? Man muss ja nicht alles mal mitgemacht ahben und grundlegende Regeln sind auch nicht sonderlich verkehrt, aber diese Einteilerei geht mir schon ganz langsam auf die Nüsse, dabei bin ich wohl das letzte halbe Jahr selber genau auf diesem Trip gewesen. Qualität, Qualität, nur Qualität macht diesen Blog zu einem guten Blog! Für wen?

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27. September 2007

Kommentare

>Seid ihr im Leben auch immer so konsequent und langweilig?

konsequent != langweilig

Ich sprachs schon mal mit der Erfahrung an, mit der Zeit merkt man das da mehr ist.
Das ist ein ähnlich infantiles Todschlagargument wie der nun beinahe zwei Jahrzehnte andauernde Spruch „wie du trinkst kein Alkohol, wie kann man da noch Spaß haben?“, den ich mir desöfteren von nicht-Alkoholikern anhörnen muß, sprich ganz „normalen“ Leuten.

Deinen Charakter mußt du selbst formen, andere haben diesen schon geformt, jedenfalls in groben Zügen – der Feinschliff hört endet ohnehin ie. Jene müssen sich folglich auch nicht die Langeweile mit niederen Gelüsten vertreiben.

Verkauf dich und deinen Blog doch einfach anstatt permanent die Welt zu fragen wie du es denn machen sollst. Denn Meinung magst du ja nicht hören. Sag doch einfach mal deine *echte* Meinung. Dann wirds nämlich in Kleinbloggersdorf wirklich unangenehm, denn *echte* Meinung liebt man dort nicht. Man liebt vordergründig eitel Sonnenschein und bei Unachtsamkeit wird man hinterrücks gemeuchelt.

Fazit: Gegenfrage zur Frage: „Seid ihr im Leben auch immer so konsequent und langweilig?“

Muß man sein ganzen Leben lang den Weg des geringsten Widerstands nehmen und everybodies darling mimen, sprich charakterlos daherkommen?
Nehmen wir die Werber, die SEOS als Beispiel, wenn sie schon genannt sind, schränke ich deren Handeln mit meiner Meinung ein? Wohl kaum, vice versa verleiden sie mir und anderen jedoch eine Art „brauchbares“ Internet.

Auf gut Deutsch: wer sich die Freiheit nimmt Scheiße zu veranstalten und andere damit zu belästigen, der muß auch in eben dieser Freiheit damit rechnen, das andere diese nutzen und ihren Tadel aussprechen.
Und Katzencontent beispielsweise sehe ich nicht als Kategorie in diesem Reigen, denn Katzencontent ist auf einen Blog begrenzt, eine persönliche Sache. Das hat keine Auswirkungen auf andere, mal davon abgesehen das ich derlei Dinge lieber lese als hochgeistiges Geschwafel ohne Inhalt. Wie immer muß man überall erst einmal differenzieren, bevor man sich zur Kritik aufschwingt, der Schuß geht sonst gewaltig nach hinten los.

Zunächst einmal habe ich den Artikel nicht in deine Richtung geschrieben, also fühl dich nicht angepisst, auch nicht hinterum. Mags ein, dass du denkst, ich hätte keine Eier, aber damit kann ich leben. Genauso wie ich damit leben kann, dass du aus diesem Artikel herauslesen willst, dass ich mich verkaufe. Kommt das in diesme Artikel zur Sprache, hat das irgendwas mit Schubladendenken zu tun? Oder mit dem Ansprechen, dass ich diese Kategorisierung in Gut und Böse nicht mehr hören kann? Konsequent ist doch wohl nicht die Welt in Schwarz und Weiß einteilen, da sind wir uns sicher einig und warum ich konsequent mit langweilig gleichgesetzt habe ist aus folgenden Grunde:

Ich finde es ungemein langweilig sich einmal Prinzipien zuzulegen und danach dann sein leben auszurichten. Nicht mehr überdenken müssen was man tut, alles kategorisieren zu können ohne viel darüber nachzudenken. Das wird oft mit konsequent gemeint und ist langweilig, weil das Leben vielfälltiger ist. Auch da werden wir sicher einer Meinung sein.

Und das mit dem Widerstand ist Pathosbildung, die ich höchstens bei Nietzsche akzeptabel oder vielleicht sogar interessant finde. Ansonsten hält sich eh jeder für den Widerständler schlechthin, egal ob er konsequent im obigen oder deinem implizierten Sinne ist. Wie willst du das bitte auseinander halten? Und damit meine ich nicht, dass du den selben Weg gehst, sondern nur, dass ich dir abspreche dir anzumaßen meinen Weg zu kennen und somit beurteilen zu können. Ich sage nicht meine Meinung? Gut, deine Meinung, sehe ich anders, dann sag mir doch bitte auch, was deiner Meinung nach meine Meine *echte* Meinung sei, die so differiert mit der hier geschriebenen?

Deinem letzten Absatz kann voll und ganz zustimmen und er trifft dann auch das, was ich in diesem Artikel geschrieben habe, mit einem Zusatz: So wichtig kritik und Gegenwind ist, so wenig Kritik ist in Einteilungen wie Blutblogger und Blogfundi zu finden. Das ist vielleicht Meinung und mag seine Berechtigung haben, Kritik, so wie ich sie verstehe, ist das nicht.

Ich verstehe nicht, was der Ausflug ind die alte Diskussion soll und mit diesem Artikel zu tun hat, lass mich da aber gerne aufklären.

Ich bin gerade insgesammt ein wenig angepisst, deshalb verzeih den agressiven Ton, der so nicht beabsichtigt ist.

Hmm, warum bloggen?

Ich habe vorm Bloggen in Foren mitgemacht und mitdiskutiert. Das hat auch Spaß gemacht aber diese starre Einteilung in Unterforen und Threads hat mir manchmal missfallen.
Eine Webseite hatte ich vorher nur für Unikrams. Ganz rudimentär, nur ein paar Vorlesungsskripte u.ä. zum Download. Auf eine Webseite persönliche Dinge zu packen, erschien mir damals auch wenig denkbar. Ich hätte einfach viel zu wenig Inhalt für einen sinnvollen Inhalt gehabt, ich konnte nicht layouten und eine Webseite kann man nicht einfach durch Trackbacks u.ä. publik machen.

Dann habe ich angefangen, Blogs zu lesen. Hier und da habe ich dann einen Kommentar verfasst. Aber einen langen Gedankengang wollte ich nicht nur als Kommentar auf einem Blog hinterlassen. Das erschien mir – mit Verlaub – wie Perlen vor die Säue zu werfen.

Dann kam die Zeit, als ich meine Diplomarbeit zusammenschreiben musste. Ich musste also schreiben und hat oft nicht die richtige Lockerheit. Aus dem o.g. Grund und als Schreibübung habe ich mir dann ein Blog aufgesetzt.
Für ein Layout brauchte ich nunr auch nicht mehr sorgen und Inhalte konnte ich nach und nach einsetzen.

Mir ging es beim Bloggen nicht um Aufmerksamkeit. Ich finde es schön, dass 20 oder 30 Leute mein Blog regelmäßig lesen. Für mich ist mein Blog eher wie lautes Nachdenken.

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