…zur re:publica. Ich sitze jetzt schon einige Zeit hier und versuche einen Zusammenhang zu formulieren und einen roten Faden für diesen Artikel zu finden. Es gelingt mir nicht wirklich und so folge ich den Artikeln, die ich für lesenswert halte und kommentiere sie kurz. Es wäre sicher einfacher gewesen jedem Einzeln einen Artikel zu widmen, aber dafür fehlt mir die Zeit. Es geht um die re:publica, es geht um Blogs, es geht um die Top-Blogs und es geht um die Grundprobleme der Menschen. Grundeigenschaften der Menschen, positiv benannt, denn ich finde das Thema viel zu interessant, als das ich auf die Idee käme mich darüber aufzuregen. Auch wenn ich die heftigen Reaktionen nachvollziehen kann.

.medium, ein medium, ein gottverdammtes medium

Markus ich versteh was du sagen willst und stimme dir zu. Nur mit dem Weg deiner Argumentation kann ich nichts anfangen. Das mit dem Handheben um jemanden zum Schweigen zu bringen finde ich auch keinen so guten Vergleich und auch wenn ein Blog nur ein Medium ist, zwei Blogs, die sich treffen, schon sind sehr viel mehr als nur zwei Blogs die sich treffen. Ich will jetzt nicht über kulturbildende Elemente reden. Zwei Menschen lassen schon so etwas was man nicht mehr nur beschreiben kann mit zwei Menschen entstehen. Ob man das jetzt sofort schon Kultur nennen kann. Ich studiere was anderes. Es entsteht aber etwas, hinter Blogs stehen Menschen. Nicht bloß ein Medium. Aber, um dir nicht ganz zu widersprechen, denn ich denke es ist das was du meinst. Nur weil da etwas entsteht, muss es nicht auf einmal Professional heißen, der ultra Hype sein, die Politik, Demokratie, Medien und überhaupt die ganze Welt revolutionieren. Es sind eben auch Menschen, die ins Internet schreiben. Es ist sehr schwer hier eine gute Differenzierung zu finden, da es in den Sternen steht ob Blogs nicht wirklich Potential haben das oben überspitzte wirklich nachhaltig zu verändern. Manche glauben daran, manche nicht. Manchen ist es egal. Manchen ist das egal sein nicht egal. Aber mal im Ernst, das ist doch kein Grund zu streiten.

Scheiß Re:Publica
Der Text schlägt in eine ähnliche Kerbe, nur das Alexander schon von der gesellschaftlichen Komponente ausgeht und die immer gleichen Mechanismen aufzeigen möchte. Wann immer sich viele Menschen versammeln, dabei ist jetzt nur indirekt die re:publica gemeint, wir sich eine „Elite“ herausbilden, es wird Leute geben, die Neidisch sind, es wird Leute geben die dazu gehören möchten, Alternative und diejenigen die auch Geld daraus holen wollen. Alex kritisiert das eigentlich nichtmal, es hat ihn nur eingeholt. Ich denke auch, dass diese Komponente bei all dem zur Schau getragenen Spaßbloggen zwar nicht übersehen wird, aber doch sicher oft übertüncht. Klar muss das Spaß machen, aber auch ein Hedgefontmanager wird einigen Spaß an seiner Arbeit haben. Spaß ist einfach nicht das Gegenmodell. Ohne geht kaum etwas. Zumindest nicht in einer „Spaßgesellschaft“. Ich mag den Artikel, so wirsch er auch ist, weil er endlich mal deutlich macht, was eigentlich jedem bekannt sein sollte. Dass man sich darüber aufregt versteh ich nicht. Schade finde ich es auch nicht. So ist das eben. Außerdem kann man auch weiterhin vor sich hinbloggen. Freizeit statt Beruf. Ob man dann oben oder unten mitspielt ist doch wirklich egal wenn man Spaß hat.

Die Blogger-Elite in Berlin: So wird das nichts
ich finde es interessant, das „die“ Medien zu ersten mal differenziert über „die“ Blogosphäre berichten. Ist zumindest der erste differenzierte Artikel, den ich gelesen habe. Es heißt eben nicht mehr Blogosphäre und damit sind die 10 bekannten Top-Blogs gemeint, sondern es wird klar unterschieden. Ob diese Unterscheidung sinnvoll ist oder nicht ist eine andere Frage, dafür lest doch den Artikel „Das obere Bloggerhundert“ von Stefan. Auch wenn ich die Aufteilung „oben“ und „unten“, „top“ und „sonstige“ nicht für sehr sinnvoll erachte, ist es doch ein Fortschritt. Ein Fortschritt der Medien und der Öffentlichkeit. Blogs sind nicht mehr nur der Hype sondern werden betrachtet. mal interessiert, mal ablehnend, aber es muss ja auch nicht jeder alles gut finden. Gestört hat mich dabei aber vor allem die durchweg falsche Berichterstattung der „etablierten“ Medien, ohne einen schwarz-weiß, medien-blog Kontrast aufmachen zu wollen. Die Zeitungen und Verlage haben eben lange gebraucht und sind immer noch auf dem Weg. Das kann ein Kritikpunkt sein, aber auch nur, wenn man Blogs für unglaublich wichtig hält. Wer konnte denn bitte ahnen, dass Blogs mehr als nur ein Hype werden?
Ich glaube daran, dass es immer Konfliktpotenzial geben wird zwischen Blogs und den Medien und halte es für richtig. Kontrolle. Ich glaube aber auch daran, dass Medien und Blogs sich wunderbar ergänzen können und das auch irgendwann merken werden. Ich glaube daran, Blogs zusammen mit den etablierten Medien dass wirklich ausfüllen können, was oft als die vierte Macht im Staat bezeichnet wird. Dafür müssten die Medien aber auch versuchen nicht nur die Spaßblogger wahrzunehmen, sondern sich einwühlen, denn politische Blogs gibt es genug.


Wahrnehmungsdifferenz

Diesen Artikel noch kurz, um zu zeigen, dass sich etwas ändert, in der Wahrnehmung von Blogs, sowohl außerhalb, als auch innerhalb. Es gibt nicht nur Meta-blogging, Katzencontend und Spaßgeblogge. Wer das immer noch denkt, sollte seine Blogroll oder seinen Feedreader erweitern. Wer schon zu viele Blogs drin hat, der kann ja auch mal ein paar rausschmeißen. Aber sagt doch bitte nicht, es gibt sie nicht, nur weil ihr sie nicht kennt. Wen ich da mit „ihr“ anspreche, weiß ich auch nicht so genau, aber jeder Leser wird das schon wissen. Die Frankfurter Rundschau hat darauf reagiert und hat schon mitbekommen, dass es politische Blogs gibt. Wie gesagt, die Zeitungen und Medien sind auf dem Weg.

Ja das war ein Artikel, der reines metablogging betrieben hat und ich werde mich gerne dafür in den Kommentaren verteidigen. Reflexion ist wichtig. Ohne Reflexion ist keinerlei Wertigkeit zu bestimmen, dann ist alles egal. Egal ist trostlos und lässt und im Staus X verharren. X=0

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18. April 2007

Kommentare

Genau, darum ging es mir doch. Um die Menschen und den Inhalt, bzw die Intension.

Ein Blog kann alles sein. Aber es ist in erster Linie nur das Medium. Was dahinter steht, das liegt am Menschen. Das wollte ich doch begreiflich machen. Der Begriff Blogger bezeichnet nur eine technische Gemeinsamkeit…

Und lass dich nicht von der agressiven Polemik abschrecken. Sie ist nur das Stilmittel um dem ganzen Meta-Wischi-Waschi eine klare Position entgegenzuhalten.

Ich war mir sicher, dass du diesen Aspekt meinst, aber weil dein Artikel so wütend klingt liest er sich anders. Ich wollte darauf nochmal hinaus, weil es auch meine These ist, die ich gerne etwas verbreiteter wüsste: hinter Blogs stehen Menschen.
Bei Menschen ist Verallgemeinerung immer ein schwieriges Unterfangen. Man verinnerliche langsam mal dass Sätze wie "Der Jude an sich…" nicht klar gehen. Ich habe extra Juden genommen, denn es ist eine Art Signalwort in Deutschland, dort könnte aber auch alles andere stehen. Eben auch Blogger, das ist genauso falsch. Ich wollte da nur einfach nur noch mal deutlich machen, denn es hat mir in deinen Kommentaren diese Wendung gefehlt und es sind wieder alle nur auf "den" Blogs rumgeritten.

Ich erlaube mir einfach mal, mich selbst zu zitieren (aus einem anderen Artikel):

<blockquote>In dem ganzen Blog – Hype-oder-nicht?-Gequatsche wird immer vergessen, dass Blogs nur die Form sind, genauso wie ein Buch oder ein Film nur den technischen Rahmen für Möglichkeiten bildet.
Blogs an sich sind einen Scheissdreck wert. Ein Blogger ist jemand, der in ein Blog schreibt, mehr nicht. Und über diese Gemeinsamkeit heraus, identifiziere ich mich nicht grundsätzlich mit anderen, nur weil sie auch zufällig Blogger sind.

Ich bin Blogger, wie ich auch Internetbenutzer bin. Für Blogs interessiere ich mich, wie ich mich auch für andere Formen interessiere. Für den Inhalt: Informatives, Musikalisches, Menschliches, Zwischenmenschliches, Kreatives, Künstlerisches, Literarisches und Humorvolles</blockquote>

Dieser Aspekt kommt zu kurz, da stimme ich dir zu. Und genau das ist es was ich auch mit meinem aktuellen Rotzartikel gemeint habe. Nicht das "Blogger" zählt, sondern der Mensch dahinter (synonym dafür auch "Inhalt")

Zustimmung!
Welcher Artikel war das denn, denn ich finde dieses Thema wirklich spannendn und schreibe gerade einen Artikel fürs Uplouad-Magazin darüber.

/Leider gehen bei mir formatierungen in kommentaren nicht, ich habe alle Sonderzeichen aus deinem Kommentar entfernt, die ahben gestört, weil sie nicht dargestellt werden. Muss ich mal noch ändern.

Warum entdecke ich den Artikel eigentlich erst heute? Und das mit einem Ping der gerade eben reinkam? Sehr merkwürdig. Aber mit Interesse gelesen und mich durchaus verstanden gefühlt. Und danke für die Blumen. 🙂

Das liegt daran Alex, dass ich heute Nacht erst zu WordPress gewechselt bin und gerade die tags einfüge. dann pingt WordPress eben alle verlinkten Artikel. Nucleus hat das nicht gemacht, was ich oft schade fand, wenn ich über etwas schreibe und der Autor des verlinkten Artikels merkt es nicht. Wenn über mich geschreiben wird, bin ich ja auch neugierig

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