Robert hat ja vor einiger Zeit die Gemeinschaft gebeten, seinen Artikel, „Wie wird das eigene Blog bekannt“ zu erneuern und zu aktualisieren. Ich weiß nicht ob es schon jemand gemacht hat, mir jedenfalls war es zu viel Arbeit, außerdem habe ich immer noch ein Problem damit, einzuschätzen ob ich jetzt schon eine Menge über die Blogosphere weiß und nur über die „falschen“, also nicht so massentauglichen Themen schreibe, oder ob ich das Business einfach nicht verstehe und deshalb noch immer so um die Marke 400 bei blogscout rumkrebse.

Aber Inhalt dieses Artikels soll nicht mein Ego und die Auswirkungen auf meinen Blog sein, sondern ich würde gerne versuchen zusammenzufassen was man tun kann um einen wirklich guten Beitrag auch bekannt zu machen, so dass er auch gelesen wird. Denn die meisten Blogautoren kennen das Problem. Gut man schreib nun mal nicht so toll, aber ab und an setzt man sich hin und schreibt einen Artikel, der wirklich richtig gut ist. Sei es Zufall, sei es eine gesteigerte Motivation, sei es verstecktes Talent. Egal.

Man ist von dem Artikel überzeugt, aber das will ja noch nichts heißen. Ich will hier auch nicht schreiben, wie bitte jedermann sein fünfzehn Minuten Ruhm bekommt, sondern wie wirkliche Qualität hervorgebracht werden kann. ich bin nämlich davon überzeugt, dass es einige wirklich gute Schreiber in der Bloggosphere gibt und diese sind nicht unbedingt die in den Charts. Das soll kein Angriff auf die A-Blogger sein, obwohl das auch eine Methode ist seinen Blog, nun wenigstens berüchtigt zu machen. Nein, ich denke nur über andere Themen nach, als die von den meisten A-Bloggern abgedeckten.

Ich möchte kein zweites Spiegel Online, kein Heise oder sonst was aufbauen, sondern ich denke über ein Portal zu Philosophie, Politik, Soziologie etc. kurz ein geisteswissenschaftliches Netzwerk nach. Das meine ich mit Qualität, ohne dabei dann jedwedes anderes Schreiben irgendwie abwerten zu wollen.


Die Idee spukt schon länger in meinem Kopf rum, sie schon mal provisorisch aufzuschreiben hat mich der Artikel „Netz im Netz: Zukunftsmodell Blogverbund?“ zu gebracht. In dem Artikel werden die Bedingungen und Möglichkeiten eines Blognetzwerks wirklich gut dargestellt und analysiert. Dem habe ich erstmal nicht hinzuzufügen. Einziges Problem dabei ist der doppelte Inhalt, den Google ja nun wirklich nicht mag, aber das kann man denke ich mal irgendwie Regeln, das es nicht zu viel wird.

Meine Idee wäre es also wenn sich einige Blogs, so viele wie Möglich, die über geisteswissenschaftliche Themen schreiben, zusammentun um die wirklich guten Artikel auf die Seite des Netzwerks zu stellen, auch auf dem Blog, und somit der Internetleserschaft eine Anlaufstelle zu bieten.

Sicher keine neue Idee, eher die Grundidee des Internets. Zuerst müsste allerdings geklärt werden, ob es so was nicht schon gibt, denn zwei oder gar drei solcher Anlaufstellen braucht das Internet nicht. Dabei meine ich aber wirklich offene Plattformen extra für Blogger, also keine Uninetzwerke oder ähnliches. Ich denke in Blogs steckt eine unglaubliche Kraft, sie wird allerdings zu wenig genutzt, gerade bei solchen „Randthemen“ ist das deutlich zun sehen. Schaut euch doch mal eure Logs an. weniger als 5% meiner Suchanfragen sind zu meinem Kernthema Philosophie. Ich schreibe zwar quantitativ mehr über alle anderen Themen, aber qualitativ sieht es genau andersherum aus.

Ich bin sicher, dass es jedem Blog so geht, der sein Kernthema in der Geisteswissenschaft hat aber nicht nur darüber schreibt. Anders wird es sicher bei Blogs wie dem dunkelraum oder dem philoblog sein, die ausschließlich über ein Kernthema bloggen. Doch selbst diese beiden würden denke ich vone einem solchen Netzwerk profitieren, wenn auch nicht unbedingt finanziell. Das wird aber keine Rolle spielen, da mit solch einem Blog eh nicht so sehr viel zu verdienen ist.

Es wäre ja auch nicht nur ein Feedzusammenführen, sondern nur ausgewählte Artikel würden auf der Seite des Netzwerks erscheinen. So würde jedem einzelnem Blogger für seine wirklich guten Artikel mehr Aufmerksamkeit zuteil kommen, egal wie groß sein Blog ist. Man könnte dann auch noch Themenartikel, sowas wie Ringvorlesungen veranstalten. Alle Blogs schreiben einen Artikel zu Thema X und man macht ein Themen pdf daraus, eine Themenwoche oder was auch immer. Ich bin mir sicher, es wäre ein gewinnbringendes Projekt für alle. Die Blogger würden sich besser vernetzen und so selbst auch bessere Artikel leicher finden, die sie wirklich interessieren, denn bei Technorati oder Google muss man erstmal sehr viel ausortieren bis man einen interessanten Artikel zu Philosophie findet.

Die Besucher würden profitieren, denn nicht jeder will gleich ins Web 2.0 einsteigen, Blogs gegenüber haben viele Vorurteile, gerade was die Qualität angeht, denn sie hätten eine Anlaufstelle, Informationsquelle und gleichzeitig würden sie so an Blogs herangeführt. Der Traffic kommt sicher auch nicht zu kurz, denn es kommt ja schone eine Menge Inhalt zustande, alles zu einem Thema.

Soweit die Utopie, aber ernsthaft an die Umsetzung kann man erst denken, wenn sich einige Blogger zusammengefunden haben. Dann muss man auch über kritische Stimmen wie die von Don Alphonso nachdenken, denn einfach wird es sicher nicht. Doch ich bestehe darauf, die oben genannten Punkte könne, richtig angegangen, alle Schwierigkeiten aufwiegen.

Ich habe die oben genannte Frage eigentlich nicht beantwortet, denn ich denke alle bis jetzt angebotenen Dienste und Wege sind immer noch zu zufällig, als dass ich hier einen Weg aufzeigen könnte. Yiggen, diggen, trackbacken, kommentieren und emails schreiben kann funktionieren, muss aber eben auch nicht. Und selbst wenn du mal Glück hast und dein Artikel auf einem der A-Blogs erwähnt wird, dann ist es meist nicht einer von denen, die du als wirklich richtig gut, nach oben genannten Kriterien bezeichnen würdest. Außerdem war es Zufall.

Ich denke, sicherzustellen, dass deine guten Artikel auch gelesen werde, ist nur über ein Blogverbund zu einem umgrenzten Thema möglich.

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13. Februar 2007

Kommentare

Eigentlich würde es ja schon reichen, wenn sich zum Beispiel Reader’s Edition mal am Riemen reißt, oder?
Also wenn man dort seine besten Stücke in einer ansprechenden Nachbarschaft und nicht neben abgeschriebenen Pressemitteilungen veröffentlicht.
Eben ein richtig gutes Feuilleton.
In der FAZ habe ich zum Beispiel auch mal einen Artikel von Carol Sauerland über Horst Turks "Philologische Grenzgänge" gefunden. Möchte mal behaupten, für jeden Fachfremden war der eigentlich völlig unverständlich und darüber hinaus uninteressant. Aber sie haben ihn trotzdem gebracht, unabhängig von irgendeiner Lesequote.

meinst du "platz 400" oder 400 Hits am Tag? Für ein privates Blog, welches relativ selten neue Artikel hat und ein sehr klar abgegenztes Themengebiet hat, ist das doch gut, wie ich finde. Also bei mir sehen die Zahlen da sehr viel schlechter aus.

@Leisure: Die Readers Edition ist vielleict ein gutes Negativbeispiel, so wie ich es nicht meine. Denn es soll ja eine Vereinigung von Blog sein und kein geplantes Projekt, so mit rausschmeißen und ähnlichem. Es soll eher das Aushängeschild vieler Blogger sein, di ihren besten Artikeln ein wenig mehr Aufmerksamkeit gönnen möchten. Und ich will ja auch nicht ab und an einen philosophischen Artikel, sondern einen ganz und gar geisteswissenschaftlichen Verbund. Dass das nicht massentauglich ist, aber genug mit interesse gibt es doch.

@David: Also 400 hits habe ich sicher am Tag und so um die 150 Besucher. Allerdings meinte ich die blogscout-charts, auf die ich auch verlinkt habe.

Meinte auch Besucher, und nicht Hits, sorry.
Du hast den Vorteil, dass Du schon mehrfach (soweit ich mich erinnere) bei basicthinking Erwähnung fandest. (Nicht, das Du denkst, ich sei neidisch, darauf nun ganz bestimmt nicht)
Bin auf jeden Fall gespannt, du hast ja insgesamt viele Pläne hier.

Man muss ja in Bewegung bleiben, sonst macht das alles keinen Spaß. Was dann aus den ganzen Ideen wird, schaun wir mal, ich werde sicher nicht alles in nächster Zeit realisieren können, aber man lebt ja auch noch ne Weile.

jo, das update-blog (via basicthinking) hat das schon ganz gut gefasst: RE ist Hülle ohne Inhalt, ein Verbund wäre Inhalt, für den eine Hülle gefunden wird. Dennoch ist RE aktuell das einzige Angebot in Deutschland, dass zumindest ein bisschen in die Richtung geht.
Und Yigg natürlich, aber die wählen bisher nur Sex, Promis und Datenschutz auf die Startseite, die basisdemokratische Nummer zieht da nicht so gut, find ich.
Bei einem Verband sehe ich nur die Gefahr, dass jemand wie auch immer absahnt.

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