Ich habe gestern mit Johannes von trupoli telefoniert um ihn noch weitere Fragen zu stellen, als ich das schon per Mail getan habe. Da er mich aber gebeten hat, noch nicht alle Informationen rauszulassen, werde ich noch bis zum Start warten um einen weiteren Artikel über Trupoli zu schreiben. Man darf gespannt sein, gerade das Geschäftsmodell im Bezug auf die Unabhängigkeit, das ich in meinem Zwischenfazit kritisiere, hat mich überzeugt. Aber dazu ein anderes mal.

Wir haben uns viel über Basisdemokratie unterhalten und ob Trupoli dazu wirklich einen Beitrag leisten kann. So ganz bin ich immer noch nicht überzeugt, aber das wird sich ja mit der Zeit zeigen. Mich hat zudem sehr interessiert, warum trupoli das Medium Blog nicht wirklich nutzt. Es gibt zwar ein Corporate Blog, aber da steht wirklich kaum etwas informatives und schon gar nichts spannendes drin. Hätte man also auch ganz weglassen können. Oder es eben richtig nutzen. Um schon vor dem Start Probleme zu entdecken und Vertrauen aufzubauen. Ob da noch etwas passiert, weiß ich nicht, Johannes wollte drüber nachdenken, wie es weiter gehen soll.

In dem Zusammenhang sind wir aber auf eine wirklich interessante Frage gestoßen, die ich gerne mit euch diskutieren möchte. Ich habe ihn gefragt, ob er nicht ein wenig Bammel davor hätte, dass Trupoli in blogs ähnlich abgeschossen werden wird, wie das StudiVZ. Darauf hat er mir eine Gegenfrage gestellt, über die ich so noch nicht nachgedacht habe. Sowohl für das StudiVZ, als auch für Trupoli ist es existenziell wichtig eine enorme Anzahl an Usern zu haben, zwar aus verschiedenen Gründen, aber wichtig.

Ist es nicht vielleicht das Beste, was Trupoli passieren kann, dass es so läuft wie beim StudiVZ?

StudiVZ ist ungemein erfolgreich, hat ungemein viele User und das trotz oder gerade wegen der Stimmungsmache in Blogs, die dann auch in die Holzmedien übergeschwappt ist? Kann denn jemand wirklich ausschließen, dass die Aufklärungskampagne allen voran von Don Alphonso in der Blogbar nicht genau das Gegenteil bewirkt hat?

„There is’nt such like bad publicity!“

Ist das StudiVZ gerade wegen oder trotz der Eskapaden von Essan so erfolgreich geworden. Waren die ganzen Aufreger um Sicherheitslücken und Datensammlung nicht gerade die Promotion, die man so gar nicht hinbekommen hätte? Der Aufschrei vielleicht gerade der Auslöser für das Interesse vieler Nutzer?

Wir konnten uns die frage nicht beantworten und ein wenig anders ist der Fall Trupoli ja auch, da Vertrauen und Politik im Vordergrund stehen sollten und nicht der Spaßfaktor, so wie beim StudiVZ. Aber was haltet ihr davon? Haben wir alle nicht gerade den Erfolg vom StudiVZ ermöglicht?

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31. August 2007

Kommentare

Ich denke weder noch, was letztendlich herauskam dokumentiert nur die Dummheit der Leute. Es kam und kommt auch darauf an ob man die eigentliche Sache verinnerlicht, sprich Datenschutz, oder ob man nur „bashen“ möchte. Lezteres wittern selbst recht naive (um die Bezeichnung dumm zu vermeiden) Leute. Last not least dokumentiert es auch die null Relevanz von Blogs, da Außenstehende entweder den Kommerz sehen oder das Gezanke untereinander. Außnahmen bestätigen die Regel. Außenstehende können die Spreu vom Weizen nicht trennen.
Last not least Bedarf es bei dieser Materie in puncto StudiVZ nicht nur des Anprangerns irgendwelcher Absonderlichkeiten eines Startups, sondern man mußte zeigen das man auch die Technik dahinter versteht. Das gelang imo in dem Bereich nur Chris, leider Gottes ging es im angestimmten Kampfgeschrei der anderen unter und ich habe selbst Probleme meiner Schwester die Problematik wirklich näher zu bringen. Denn ökonomisches Phrasengedresche interessiert sie nicht und für die Technik dahinter fehlt leider die tieferschürfende Basis. Und das kann man eben gut verallgemeinern.

Insofern denke ich nicht das es etwas pro oder contra geholfen hat, denn letztendlich hatte es sich schon auf dem Campus etabliert und das wirst auch du wissen, wenn du dich mal ein wenig umhörst 😉

Ich nicht. Mir war es zu dumm, mich daran zu beteiligen, denn wenn alle Communities mal so durchleuchtet würden wie StudiVZ würde schnell klar, dass fast jeder dieser Datensammler fette Sicherheitslücken hat.
Bestes Beispiel aus jüngster Zeit ist ja Monster.com (inkl. Ableger Monster.de), die Jobbörse, der mal eben schnell einige Millionen Datensätze geklaut wurden.
Und was schlechte Publicitiy angeht:
Wer zu einer Community geht, die gerade wegen Sicherheitslücken und anderer Ungereimtheiten negativ in den Schlagzeilen steht, dem ist sowieso nicht zu helfen. Ich persönlich würde so etwas meiden wie die Pest.

Ob man bei einem politischen Projekt daher auf schlechte Publicity setzen sollte? Ich weiß nicht, der Schuss kann böse nach hinten losgehen und anderen politischen Projekten eher schaden.

Ich selbst bin nicht Mitglied beim StudiVZ. Die Leute in meinem Umfeld, die dort Mitglied sind lesen nicht mal mein Blog und haben auch keine Zeitung und kaufen sich auch regelmäßig keine. Auf evtl. vorhandene Probleme bei StudiVZ wurden sie erst lange nach sie Mitglied waren aufmerksam, und das auch nicht durch Blogs sondern dadurch, daß ich es ihnen – ganz altmodisch – mündlich überlieferte.
Die allermeisten mir persönlich bekannten Studis lesen überhaupt keine Blogs. Wieder einmal mangelt es an Relevanz. 😉

>Die allermeisten mir persönlich bekannten Studis lesen überhaupt keine Blogs.

Das hängt wohl vom Kontext ab. Das Gros derjenigen die ich kenne, und das sind recht viele von Grund bis Hauptstudium oder auch Kollogium, lesen vielleicht nicht unbedingt andere Blogs, publizieren jedoch auf einem eigenen. Und last not least besitzt StudiVZ nicht nur 200 Mitglieder die gerade ob der Nutzung von StudiVZ ansonsten virtuelle Weltenfremde offenbahren.

Ja ich bin auch im StudiVZ, was bleibt einem anderes übrig. Man wird bei jeder Referatsgruppe angequatscht, dass das am besten übers VZ zu managen sei und wenn man da nicht dabei ist, rennt man hinterher. Scheiß Gruppenzwang. Im Ernst, so schlecht finde ich das ja auch nicht und wer sich eben in allen SEXPORNOSAUFENGEIL-Gruppen einträgt, die entsprechenden Bilder hochläd und sich irgendwann wundert, warum ihm niemand einen Job geben mag, der ist selber Schuld.

Johanne sund mir ging es eher darum, ob der Rummel um das VZ nicht letztendlich eher dazu beigetragen hat, dass es so „IN“ ist, oder ob die Campuscaptains diesen Part schon übernommen haben, denn von denen habe ich jedenfalls nichts mitbekommen, sondern habe in der Blogosphäre davon Wind bekommen.

@soeren: Das habe ich bei uns noch nicht erlebt, daß jemand etwas „über dasStudiVZ besprechen“ wollte. E-Mail ist hier das Mittel der Wahl. Allerdings ist mein Studiengang auch etwas nerdy, da haben fast alle schon E-Mail sehr kräftig benutzt bevor StudiVZ überhaupt am Horizont auftauchte. Unabhängig davon lasse ich mich auch nicht zwingen, wer was von mir will kann Google benutzen, das verrät genug über mich – inklusive Kontaktmöglichkeiten.
Ich vermute, der Rummel lief ohne die Blogosphäre und dieMedien ab, eben durch eine Art Schneeballsystem. So wie Google Mail ja auch nur funktioniert, wenn man eine Einladung dafür hat – und alle die ich kenne haben irgendwoher eine…

Ich glaube nicht, dass Blogs dem studivz geholfen haben.

1) ich war bis vor kurzem ganz normaler user und hätte garnichts von alle dem mitgekriegt, wenn ich nicht aus langeweile angefangen hätte mal in so blogs herumzuschnüffeln.

2) sollte jemand, der sich noch nicht angemeldet hat auf diese … Machenschaften?… die in den blogs beschrieben worden sind gestoßen sein, dann weckt das nicht wirklich das interesse sich darin anzumelden denk ich. warum sollt ich mich wo anmelden, von dem zig leute schreiben, dass es sexistisch und teilw. rechtsradikal ist?

3) glaube ich, dass die ganzen einträge weder das eine, noch das andere gebracht haben, weil ich mich halt auch nur sehr ungern anmelde, wenn ich da bereits einige gruppen habe und 150 „freunde“… allein durch die gruppen kann man sich einfach sehr gut absprechen, wenn man zb das nächste mal wieder fußball spielen geht… ein besseres forum sozusagen… bzw meherer foren in einem halt.

zusammengefasst denk ich, dass das eher an den studivz … kunden? … vorbeigegangen ist. studivz selbst hat ev. einige unannehmlichkeiten bekommen mit der werbefirma usw usw… aber an den eingetragenen leuten ist das glaub ich ziemlich vorbei gegangen… wie in zwei parallel welten..

setzt deine these nicht voraus, dass die bloglandschaft ein anerkanntes, von der allgemeinheit genutztes medium ist (und meine frage deutet schon auf die antwort hin)?

im übrigen: du warst schon im studivz angemeldet, bevor überhaupt das erste semester begonnen hatte. somit zieht deine referatsausrede nicht 😀 trotzdem: mittlerweile hat sich studivz tatsächlich zu einem weitgenutzten kommunikationsmedium gewandelt, das ohne weiteres der gewöhnlichen mail den kampf angesagt hat.

Nein ich denke nicht, dass dies meine These vorraussetzt, weil irgendwann Spiegel Online das Thema aufgenommen hat und ich setze nur voraus, dass Spiegel Online gelesesn wird. Also setze in meine provokant vormulierte Frag in der Überschrift ein indirekt ein, dann wird es klarer.

Ich war schon im StudiVZ, da war noch Sommer:) Ich bin irgendwann Anfang September darauf aufmerksam geworden, übrigens nicht wie ich oben geschrieben habe durch einen Blogbeitrag, die kamen erst später, sondern durch meinen Bruder und der hat es sicher von Campuskaptains, wenn auch nur indirekt. Hab ja damals einen Artikel geschrieben.

Die Sache ist die, den Nutzen, den ich Anfangs gesehen habe, den sehe ich nicht merh. Mir gehen die meisten Nachrichten auf den Sack, bzw. die ich brauche könnten auch genauso eine Mail sein. Ich habe das letzte Mal für eine Gruppe etwas geschrieben…keine Ahnung…war jedenfalls zu einem Projekt (sozialzoo) im Internet.

Wofür hast du denn das VZ genutzt Senthu? Nur für Mist, nicht? Oder weswegen hast du dich abgemeldet. Die Sache warum ich das nicht getan habe, ist weil ich die Seite wirklich brauche um bei Referaten einen einfachen austausch von Kontaktdaten möglich zu machen. Man könnte zwar Mailadressen austauschen, aber das macht keiner mehr. Ich meine, schau dir mal meine Freundesliste an, was da für Referatsüberbleibsel drin hocken:)

mein lieber, ich glaube, du setzt zu viel voraus. du weißt, das studenten im großen überschätzt werden. in allem. ich glaube nicht, dass die mehrheit derer, die im studivz sind, sich sonderlich für tagesaktuelle geschehnisse interessieren noch diese – außer wenn gerade gmx, web.de und konsorten sie aufgreifen – auf spezifischen medien verfolgen. aber vielleicht kenne ich einfach nur die falschen leute oder habe ein verzerrtes bild von studenten. oder doch beides? wie dem auch sei. es lebe das vorurteil.

du schwein 😀 ich habe mich aus dem studivz abgemeldet, weil ich – anstatt für hausarbeiten zu lesen – meine zeit dort sinnlos verschwendet habe. aber nun gut, es nimmt sich nicht viel. jetzt verschwende ich eben meine zeit auf deinem blog, so what 😉 ? im übrigen: studivz habe ich tatsächlich als email ersatz benutzt. den unterschied sehe ich ja jetzt: als ich noch im vz war, bekam ich jeden tag an die 20 nachrichten von freunden/bekannten/oder mädels, die sich an mich ranmachen wollten. jetzt, wo ich nun abgemeldet bin, bekomme ich am tag vielleicht 3. von itunes, gmx und dem esprit online store. es ist zum heulen.

Ich denke auch das es eher ein Glanz Beispiel für Virales Marketing abgibt, da ich StudiVZ von seinen Anfängen an begleitet habe kann ich hier nur sagen jeder war drin und jeder wollte die meisten Kontakte haben obwohl die Server das letzte und der Rest des Skriptes auch nicht besonders waren, aber dadurch das es die lade einen Freund ein Taste gab glühten die eMail Leitungen der Uni`s hieß und irgendwann nach hundertern Einladungen mußte man sich dann anmelden bei diesem … 😉

Spätestens seit Verona Feldbusch müssten wir eigentlich gelernt haben das es keine Negativwerbung gibt. Solange über dich und deine Firma/Projekte/what ever gesprochen wird brummt der Umsatz, wenn man von dir mal nichts mehr hört steht es normalerweise sehr schlecht um deine Geschäfte. Und gerade StudiVZ ist erst durch die Skandale durch die Nackfotos & Co erfolgreich und bekannt geworden.

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