Ich werde diese Woche zwei Klausuren schreiben und dann ab Freitag Semesterferien haben, in denen ich nur eine Hausarbeit schreiben muss, zudem habe ich einen Monat Zeit. Deshalb werde ich die Spanne nutzen um erstens die Texte, die im Semester übrig geblieben sind, zu lesen und zweitens mein Blog auf Vordermann zu bringen. Eigentlich ging es nur darum, dieses Design ein wenig klarer zu gestalten und vor allem die 160 Syntaxfehler auszubügeln. Aber wie das eben so ist, wenn man dann anfängt zu überlegen, es wird ein immer konkreteres Bild, was dann doch immer sehr vom ursprünglichen abweicht.

Es ist mir ein Einfall gekommen, der dieses Blog ein wenig aus dem Blogstatus entführen wird. Darüber würde ich gerne in den Kommentaren diskutieren. Natürlich soll jeder machen was er will, aber ich möchte hier eine Diskussion über die Zukunft von Blogs /Onlinepresentation/Medien anregen.

Ob das die Zukunft ist oder ein Rückschritt sei erstmal dahingestellt, ich schildere euch meine Idee, aber zuerst ein paar Vorüberlegungen:
Ich habe darüber nachgedacht, wie ich besser meinen Leser meinen Inhalt präsentieren kann. Dabei ist natürlich die Zielgruppe zu betrachten. Ich werde von Bloggern gelesen, aber nicht nur. Etwa 50% meiner Leser kommt von Google, die landeren 50% teilen sich in Blogger, bzw. mit dem Phänomen vertraute Personen, und in Leser auf, die einfach nicht wissen was ein Blog ist, die es auch nicht interessiert. Über die Blogger/Blogaffinen Leser muss man sich Gedanken machen, die eher technischer Natur sind, bei den unerfahrenen Lesern geht es um die Frage, wie ihnen am besten ein Eindruck über den Inhalt des Blogs vermittelt werden kann und sie zu binden. Diese Fragen will ich in diesem Artikel stellen, meine Ideen vorstellen und danach dann weiter zu diskutieren.

Neuerungen für Blogger/Blogafine
So werde ich eine Emailbenachrichtigung für neue Kommentare einrichten, vermehrt auf Bookmarkdienste wie delicius und mr.wong, yigg und digg, et. Setzen und diese Funktionen ins Design einarbeiten. Dabei ist vor allem die richtige Plazierung wichtig. Meiner Meinung nach ist diese sowohl direkt auf der Hauptseite in der nähe der Überschrift, für die, die den Artikel interessant finden, aber lieber später lesen wollen und am Ende des Artikels, sowohl auf der Haupt- wie auf der Detailseite um den Leser eine Bewertungsmöglichkeit zu geben, bzw. das speichern um darüber schreiben zu können. Zudem werde ich, so Designmöglich, eine Liste mit den letzten Kommentaren in die Sidebar einbauen, damit gleich klar ist, wo gerade was los ist, denn Leser kommentieren gerne, wenn andere dort auch kommentieren.

Leser von Google
Leser, die von Google kommen sind prinzipiell schwer einzuschätzen. Ich würde sie aber in zwei verschiedene Typen einzuordnen versuchen.
Die Interessierten, die nach einem Thema gesucht haben, dass ich auch wirklich behandle, die meine Artikel somit auch lesen und als potentielle Stammleser zu betrachten sind.
Die OnePIs, eine Pageimpression, weil sie nach unanständigem oder sonstigem Schrott gesucht haben. Sie werden, sobald sie keine Nackten entdecken so schnell wie möglich wieder abhauen. Diese möchte man als Webmaster natürlich gerne durch ein Klick auf eine der Anzeigen verschwinden sehen.
Was ist also zu beachten? Man möchte Werbung so platzieren, dass geklickt wird, aber eben potentielle Leser auch nicht vergraulen. Die Stammleser muss man deshalb nicht mit einbeziehen in diese Überlegung, da man mit diesen eh im Kontakt steht und schon eine Rückmeldung kommen wird, wenn es zu arg wird mit der Werbung. Es ist eine schmale Gradwanderung, vor allem in kleineren Blogs, die eh schon wenig Traffic haben und deshalb gerne zu viel und zu nervig Werbung platzieren.

Leser aus dem Leben
Damit meine ich Freunde, Verwandte, kollegen, Mitschüler, Kommilitonen etc. Menschen mit denen man im Reallive zu tun hat, die aber gerne auch mal wissen wollen, was man so schreibt. Dabei ist egal ob sie eher an der Person oder am Inhalt interessiert sind. Dieser Leser zeichnet sich dadurch aus, dass er keine Ahnung hat, was ein Blog ist und auch keine Energie darauf verschwenden will, es herrauszufinden. Er ist mäßig bis schlecht Internet gewohnt. Diesem Leser möchte ich mich verstärkt zuwenden um Blogs, zumindest meinen Blog, nicht unbedingt massentauglicher, aber doch breiter zu machen. Ich würde mich freuen, wenn mehr meiner Philosophie-kommilitonen, Freunde, Bekannte den Weg auf mein Blog finden würden und eben auch bleiben und zu Stammlesern werden. Dafür denke ich aber, muss einiges geändert werden. Z.B. empfele ich einem Kommilitonen mein Blog. Ich studiere Philo und sage ihm ich schreibe auch darüber. Er geht auf meinen Blog, sieht sich die Startseite an und findet nicht einen Beitrag zu Philosophie. Das kann passieren, da ich eben auch Phasen habe, in denen ich kaum darüber schreibe. Anders ist es aber auch so, dass Leute über Yigg, einen Kommentar, oder sonstwas zu mir kommen, drei Philosophieartikel sehen und wieder weg sind, obwohl sie vielelcit doch mein Blog interessant finden würden.

Umstrukturierungen
Die Vorüberlegungen sind soweit klar. Jetzt möchte ich euch meien Lösung? Vorstellen und mich freuen, wenn ihr dann auch mit diskutieren würdet. Ich habe mir überlegt vier Hauptkategorien zu bilden, über die ich mir konkret noch nicht im klaren bin. Ich sag jetzt einfach mal Philosophie, Literatur, Kunst und Internet. Von jeder Kategorie ist jeweils ein, der neuste, Artikel auf der Hauptseite. Weiterhin ist alles Chronologisch, der jeweils neueste Artikel ist ganz oben. Es wird allerdings eher klar worüber ich schreibe. Man kann natürlich sagen, dafür gibt’s doch die Kategorien und die Tagcloud, aber ich denke mir, die sind eher für Internetaffine. Das Prinzip Blog wird also ein wenig aufgebogen. Es ist eine Mischung aus dem Besten des Blogs und dem Besten von statischen Seiten. Web 1.5 vielleicht. Wie das ganze technisch zu realisieren wäre, keine Ahnung, muss ich mich noch mit beschäftigen. Leider bin ich in PHP nicht so der Master, also wenn noch jemand Nucleus benutzt und eine idee hat, bitte her damit. Aber dieser Artikel soll erstmal die Idee entwickeln und zur Diskussion anregen. Die Fragen, die zu klären wären, will ich mal noch furmulieren, ergänzt aber bitte in den Kommentaren Fragen, wenn ich was übersehe/vergesse.

Fragen
Könnt ihr meiner Analyse der Leser bei stimmen?
Gibt es noch andere Lesergruppen die beachtet werden müssen?
Ist das was dann entsteht überhaupt noch ein Blog?
Bessere Ideen, dem Problem der unterschiedlichen Leserschaften gerecht zu werden?

Dabei ist zu beachten, dass ich nicht diskutieren möchte ob mann das auch alles umsetzen muss, also ob man sich überhaupt nach seinen Lesern richten soll, oder einfach schreiben soll. Ich möchte ja gerade die Frage klären, wie man ein idealpresentatorisches Mittel aufbaut um Leser zu erreichen und zu binden, dass sind z.B. Fragen, die sich Onlinemagazine, -zeitungen stellen müssen. Ob man das auch als kleiner Blog dann will, ist eine andere Frage. Wie nicht ob.

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5. Februar 2007

Kommentare

Die Struktur Idee finde ich gut. Also aus jeder Kategorie den neuesten Artikel auf der Startseite. Sehr innovativ (denke ich. habs auf jeden Fall so noch nirgends gesehen), finde ich gut. Ist ja ähnlich wie z.B. bei Spreeblick, wo ein ausgewählter Artikel immer oben steht. Nur einen schritt weitergedacht. Die Frage ist, wie das mit dem RSS-Feed klappt. Ist also, meiner Meinung nach auf jeden Fall noch ein Blog.
Zu Werbung: Da bin ich geteilter Meinung. Ich sehe die Werbung meistens eh nicht, da ich Adblock benutze. Bei Seiten, die ich gut finde, schalte ich das ab. Trotzdem, denkdarüber nach. Wieviele Besucher hat Deine Seite denn? Lohnt sich die Werbung? Man muss (sollte) immer den Gewinn und die möglichen verärgerten/genervten Besucher gegenüber stellen.
Donvanone verdient ca. 26 Euro, dies sagte er, einen Monat nach Einbau von Google Ads. Dafür würde ich es wohl auch machen, aber zwischen mir und ihm ist ein großer Unterschied. Darf ich erfahren (gerne auch per mail, ich erzähls nicht weiter) wieviel Du verdienst? Als Student freut man sich ja über jeden Cent. Besonders jetzt, wo es bei uns Studiengebühren gibt^^
Und zu Deiner letzten Frage: ein Blog schreibt man für sich, dass sagt ja schon der Name. Alles andere ist für mich kein richtiger Blog in dem Sinn. Wer z.B. ein Blog nur wegen der Werbeeinnahmen hat oder so, zählt für mich nicht dazu.
Zu sehr auf die Leserschaft würde ich mich nicht einrichten. Erklärung: Satz dadrüber. Du schreibst für Dich, nicht für andere. wenn doch, musst Du halt sehen, was Deine Hauptzielgruppe ist oder wen Du gerne als Hauptzielgruppe hättest.
Du hast Dir viel vorgenommen für die vorlesungsfreie zeit, ich wünsche Dir viel Erfolg dabei!
Mit Nucleus kenne ich mich nicht aus, kann Dir da bei der Umsetzung leider nicht behilflich sein.

Die Benachrichtigung über neue Kommentare von Mails erledigen zu lassen ist eine gute Idee und werde ich demnächst auch bei Visualhype einbauen. Fraglich ist nur wieviele diese Möglichkeit nutzen und wieviel letztlich beim User ankommen (Spamfilter, überlesen, wichtigeres zu tun…).

Dein Ansatz wegen Usern, die über Google zu Dir kommen verstehe ich nicht so recht. Willst Du eine Unterscheidung der User treffen oder einfach für OnePi`s (wie Du sie genannt hast) und mögliche Stammleser Vorkehrungen treffen? Eine Idee für Werbung wäre, dass nur User die von SUmas kommen werbung erhalten. Aber gerade AdSense bietet themenrelavante Anzeigen, die für Stammleser genauso interessant sein können.

In Deinem Fall wäre das Werben unter Kommilitonen sicher angebracht, da diese sich für das selbe Thema interessieren und ihr auch im wahren Leben darüber diskutieren könntet, was im Internet (Blog) wieder zusammengefasst geschrieben werden könnte. Somit würde sich der Kreis wieder schließen.

Freunde und Verwandte würde ich eher heraus nehmen, da diese sich für einen Fachblog weniger interessieren werden und auch nicht im "Stoff" stehen. Leuten aus dem wahren Leben, denen ich Visualhype zeigen möchte, lächeln meist nur müde, da sie mit SEO, Programmierung und dem Web2.0 nichts wirklich anfangen können. Bei einem Blog im eigentlichen Sinne – der als Tagebuch geführt wird – mag dies durchaus interessant für den Ein oder Anderen sein.

Wie oben schon erwähnt, solltest du mehr auf Kommilitonen als potentielle Leser setzen. Wenn Du interessant genug schreibst gesellen sich vielleicht sogar Professoren dazu, die ihre Ansichten (gerade bei Philo) mit äußern können.

Man kann natürlich sagen, man schreibt und schreibt und kümmert sich nicht weiter um seine Leser. Ab einer bestimmten Bloggröße sollte man dies allerdings tun, da das sonst als unhöflich empfunden wird. Ich werde bald (wenn nicht sogar noch heute) etwas über Bloggertypen schreiben, was eben diesen Sachverhalt wiederspiegeln soll.

Ohne viel Programmierkenntnisse wird Dein Vorhaben sicher schwierig zu lösen sein. Vieleicht stellst Du auf ein größeres Blogsystem wie WordPress um, wofür es viel Hilfe im Internet gibt. Außerdem hast du massig Plugins zur Verfügung, die du nur wenig abändern musst um im Gesamten Dein Ziel zu erreichen.

Achja, Web1.5 war kein statischer Inhalt mehr…das war web1.0 (aus historischer Sicht betrachtet) 😉

Ich danke euch beiden erstmal für die wirklich ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema und werde jetzt mal nach und nach durchgehen wozu ich noch was sagen kann und wo ich anderer Meinung bin.

Es wird sicher technisch Schwierig das ganze Umzusetzen, ich habe mich schon mal sporadisch umgesehen was es so an Plugins gibt und wie ich die abwandeln könnte. Ich habe auch ein paar ideen, aber die werde ich erst nach meinen Klausuren ausprobieren. Rss wird denke ich kein großes Problem, da man einzelne Kategorien als Feed ausliefern könnte und alles zusammen auch. Denn die eigentliche Blogstrucktur wird ja im Hintergrund nicht angetastet. ich will ja auch nur auf der Startseite die Strucktur ändern. Wenn man z.B. in die Kategorien geht, dann soll alles aussehen wie immer.

Die Frage ist eben nur, wie ich mir ein Plugin bastele. Die Kategorien anzuzeigen, einzeln geht ohne weiteres bei Nucleus, ich müsste nur die vier Kategorien aufrufen, nacheinander. Das Problem ist nur, diese vier Kategorien eben auch in eine chronologische Reihenfolge zu bringen.

ich denke nicht, dass es bei WordPress einfacher wäre, erstens müsste ich mich komplett an ein neues CMS gewöhnen und zweitens müsste das Plugin auch erst noch geschrieben werden. Denn gesehen habe ich es noch nicht.

Werbung: Mit der Aufteilung der Leser von Goggle wollte ich klar machen, dass auch dabei interessierte Leser vorbeikommen. ich hatte eine zeitlang Layerads für Besucher, dei von Google kommen, das war aber keine gute Idee. Ich bekomme mittlerweile zumindest meine Hostkosten wieder rein und möchte deshalb nicht drauf verzichten. Ich verdiene somit kein Geld, aber es geht zum Bloggen wenigstens nur Zeit, nicht aber auch noch Geld drauf. ich denke hier wird sich bei der Umgestalltung nicht viel bei der Werbung ändern. Die Buchwerbung von Affili.net fliegt wohl raus, bzw wandert woanders hin.

Bloggen für wen? David, die Frage habe ich schon mal früher beantwortet, da habe ich mich das gefragt. Ich denke, ja schreiben tue ich nur für mich alleine, aber wenn ich das nur für mich mache, warum poste ich das dann im internet. Deshalb differenziere ich da. Schreiben für mich, veröffentlichen für so viele leute wie möglich und das geht nur wenn du dir gedanken über deine Leser machst. Dabei sollte amn aber immer drauf achten, dass man selbst auch gut mit dem Ergebnis leben kann, es also nicht nur für die Leser gemacht ist. Das ist meien Meinung dazu, sicher kann man aber ganz anderer Ansicht sein.

Warum habe ich das Fass Verwandte und Kommilitonen aufgemacht? Weil eben beide Gruppen interesse haben. Verwandte weniger, aber eben auch genug. Diese aber wollen eine klarere Strucktur, sonst denken sie ich schreibe nur über WEb/SEO etc. wenn mal vier Artikel der Sorte hintereinander entstanden sind. Dann kommen sie wohl nicht wieder. Bei Kommilitonen ist das sehr ähnlich. Bei eventuellen Profs sowieso.

Und zum Schluus. Web1.5 habe ich nur dehalb gewählt weil es eben so eine Mischung zwischen 1.0 und 2.0 wird, historisch dann wohl nicht ganz richtig, muss ich mir wohl noch ne andere Bezeichnung für meine bahnbrechende Erfindung ausdenken;)

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