Wir suchen noch mehr Autoren für die Endlosrekursion. Das Experiment, das mich vor einem halben Jahr den onezblog hat aufgeben lassen, verhungert. Wir sind zwar schon sieben Autoren, aber leider schafft es niemand von uns wirklich gute Artikel in ausreichender Anzahl zu schreiben, damit ein regelmäßiger Betrieb ermöglicht ist. Ohne aber einen regelmäßigen betrieb, kann man es auch ganz lassen ins Internet zu schrieben, denn die Leser bleiben aus.

Da wir aber überzeugt sind, dass es durchaus Leser gibt, die eben auch Online die längeren, durchdachteren Artikel lesen möchten, haben wir die Endlosrekursion gegründet. Es wäre schade, wenn wir sie zumachen müssten, nur weil uns die Zeit ein wenig fehlt. Die zeit nämlich fehlt uns, weil wir alle studieren und viel Zeit darein investieren. Das ermöglicht es uns ja, solche Artikel zu schreiben.

Um diesen Teufelskreis zu entkommen, würden wir gerne alle einladen mit uns zu schreiben, die auch ab und an oder andauernd Artikel schreiben, die in einem „normalen“ Blog schlicht ignoriert werden. Auch hier im onezblog finden sich ja noch lange und anspruchsvolle Artikel. Wenn man sich allerdings anschaut, welche Artikel viel gelesen werden und wurden, wird man sehen, dass es die leichten, seichten sind. So ist mein Publikum und das ist gut so. Aber eine andere Herausforderung haben wir eben auf der Endlosrekursion gesucht. Helft uns, sie zu finden!

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16. Mai 2008

Kommentare

Bin ja selber durchaus eine Freundin der längeren Form und mute den Lesern des Digital Diary Texte zu, die etwa zwei bis drei A4-Seiten entsprechen.
Das gelingt aber nur, weil es sich dabei nicht um abstraktes Abhandeln eines Themas handelt, sondern um eine sehr persönliche Sicht der Welt, die auch das eigene Leben und Erleben einbezieht, bzw. sogar zum Ausgangspunkt nimmt.

Wenn ich aber lange, tief schürfende Texte über ein unpersönliches, zeitloses Thema möchte, dann nehme ich Bücher oder DIE ZEIT. Im Web hab ich dafür nicht die Ruhe, sondern mehrere Fenster offen, den Feedreader, Twitter, das Mailprog, die laufenden Arbeiten.. ich bitte dich! Und dann über „Feuerbach und die Evolution“ lesen? Oder gar über „das Glaubensbekenntnis“???

Ich glaube, Eure „Student-Sein“ führt Euch da in die Irre! Das Web ist im außeruniversitären Raum kein Medium fürs geistig Anstrengende, sondern man sucht die schnelle Info, die witzige Unterhaltung, den KONTAKT zu anderen frei schweifenden Geistern – und das EMOTIONAL BERÜHRENDE. Weil man im Real Life ja so cool sein muss.

Endlosrekursion ist von all diesem Bedarf Äonen entfernt und will es auch sein. Ich glaube nicht, dass sich dafür genug Leser und Autoren finden. Nicht im Web as we know it…

Ich teile zwar deine Einschätzung des Status Quo, aber gepaart mit der Hoffnung und dem Glauben daran, dass sich das erstens ändern wird und man es zweitens dahingehend beeinflussen kann. Ganz unpersönlich sind unsere Beiträge ja nie, jedenfalls nicht in der Art, wie sie es in der Zeit sind. Das amcht uns nicht zu einem sehr viel schlechteren Abklatsch, sondern zu einem Versuch, den es meiner Meinung einfach mal zu realisieren gilt. Dann kann man immer noch sagen, schade, dass es nichts geworden ist.

Es ist doch was anderes, von einigen Autoren etwas zu lesen, über die man etwas weiß und vor allem weiß, dass sie es nicht tun, weil sie dafür bezahlt werden (auch wenn es das nicht schlechter machen würde) sondern weil sie einfach schreiben möchten.

Das Netz wird immer zentraler in unserer Gesellschaft und von vorneherein das auszuschließen, was anstrengend ist, was nicht nebenbei konsumiert ist, finde ich irgendwie falsch und vor allem dem Konsumenten auch nicht fair gegenüber. Es nimmt ihn aus der Verantwortung, ohne ihm jemals die Entscheidung gegeben zu haben, sich in Verantwortung zu setzten. Deshalb würde ich es auch probieren, wenn es ein Fakt wäre, dass das Internet nur für den schnellen Spaß gäbe.

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