Ich war heute in der Ringvorlesung „Humane Orientierungswissenschaft“ mit dem Vortrag „Individuelles Glück als universales Menschenrecht bei Aristoteles“ von meinem Aristoteles Philologie-Professor Abogast Schmidt. Ich kannte das meiste schon, da er seinen Vortrag mit in das Nikomachische Ethik Seminar integriert hat, welches ich besuche. Nicht nur, dass seine Vorträge sehr ergiebig sind und unglaublich viel Spaß machen, ich hab selten einen Professor gesehen, den ich mir vom Habitus so gerne als Vorbild genommen hätte. Aber darüber will ich gar nicht reden. Man könnte ja meinen, er würde hier mitlesen und ich muss irgendeine Prüfung bestehen. Aber ich schreibe in dem Seminar nicht und halte es zudem für unglaublich unwahrscheinlich, dass er hier mitliest.

Ich will über komische Typen und Souveränität schreiben. Am Ende des Vortrags entstand eine Diskussion. Hobbes wurde ebenso ins Feld geführt wie eine Einteilung des Staates in eine Rechtsebene und eine Gesellschaftsebene. Menschenrechte wurden an Verteidigung Aristoteles der Sklaverei getestet. Rundherum eine sehr interessante Diskussion. Bis zum Ende. Fast. Einer hatte an all dem etwas auszusetzen. Ein alternativ aussehender Mensch, der dem Vortrag auf dem Boden hocken verfolgt hatte, dem anscheinend die Qualität von Stühlen zu Bieder ist. Wie auch immer, ich will mich gar nicht über sein Gehabe aufregen, sondern über seine Äußerungen.

„Ich will auf den piekfeinen Herren noch eingehen. Sie Leugnen wohl die Menschenrechte.“
Das war sein provokativer Auftakt.

„Keineswegs, Aristoteles würde nur die Bedingung der Verwirklichung des Ergon voraussetzen, um diese Rechte zu haben.“
So die Antwort.

„Aber jeder Mensch doch das Recht auf Leben.“
Angriff, durchaus gerechtfertigt.

„Aber natürlich, dem würde Aristoteles ganz klar entsprechen.“
Was soll man sonst auch sagen, wenn der Angreifer den Vortrag verschlafen hat, sonst hätte er das wohl schon mitbekommen.

„Aber jeder hat das Recht auf Freiheit!!!“
Unruhestiftung ist sein Geschäft.

Ich will jetzt hier abbrechen. Ich kann leider nicht wörtlich, sondern nur sinngemäß zitieren. Was ich sagen will. Außer Parolen nicht zu bieten. Wissenschaftlichkeit einfach kein Ziel. Studieren nur aus Langeweile. Und weil es nichts kostet.

Wie kann man denn einer so unglaublich fruchtbaren Vorlesung folgen und dann so dämliche Fragen stellen, wie die letzte. Sie wurde Erstens im Vortrag erörtert und zweitens denke ich nicht, dass für den Spinner das Wort „Freiheit“ irgendeinen festen Inhalt hat. Warum also fragt er danach?

Natürlich kann man darüber streiten, aber doch nur unter Menschen, die nicht grundlegend inhaltsreichen Argumenten verschlossen bleiben und lieber Parolen an Häuserwände schmieren und sich damit als politische Menschen sehen.

Nichts gegen Links eingestellte Menschen, vielleicht gehöre ich irgendwie auch dazu, aber kann diesen beschissenenen Linksfaschisten bitte mal jemand erklären, dass sie genauso hohle Programme haben wie ihre Namensvettern aus dem Rechten Lager.

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21. Dezember 2006

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