Der Film 300 wird nächsten Mittwoch Premiere feiern und hat schon vor Deutschlandstart heftige Diskussionen hervorgerufen. Ich möchte mich nicht inhaltlich der Diskussion näher, dafür ist sie auch zu groß, sondern möchte auf eines Aufmerksam machen: die Subjektivität des Films.

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Dabei werde ich mich keinesfalls einer der beiden Seiten zuwenden und den Film bewerten ohne ihn gesehen zu haben. Ich widme mich diesem Thema, weil in den Kommentaren meines Artikels zu dem Film 300 ein großer Meinungsstreit tobt. Ich bin allerdings auch nicht neutral, wie könnte ich auch, hoffe nur, dem Streit ein wenig mehr Kontur geben zu können und ihn für den Pöbel nicht mehr ganz so interessant erscheinen zu lassen. Ich muss täglich einige Kommentare löschen, weil sie schlicht nur beleidigend sind, ohne irgendetwas beitragen zu wollen. Aber auch die Beiträge, die ich habe stehen lassen sind scharf. Eine Hitzige Debatte.

Propaganda soll der Film sein, gegen die Perser, heutigen Iraner. Sie schmähen und die Geschichte verdrehen um den kreuzzug Amerkas zu rechtfertigen. Überspitzt dargestellt ist das die eine Position und der anderen ist das einfach egal oder sie wollen gegen erstere Position stänkern. Da ist dann die Diskussion um die Toleranz gegenüber dem Islam in meinem Blog angekommen, wenn auch stumpf und meist hinter anderen vorgeschobenen Motiven.


Das Motiv ist der Film, ich glaube nicht, dass es um 300 geht, sondern er nur als Aufhänger benutzt wird. 300 ist ein Hollywoodfilm und sollte auch als ein solcher betrachtet werden. Eine Bewertung, ob Hollywood Ausgeburt des Satans ist oder in allen hohen Tönen zu preisen sei, will ich sicherlich nicht hier abgeben, denn das ist eine andere Diskussion. Festzuhalten wäre sicherlich, dass Hollywood nicht unbedingt in einem Atemzug mit historisch richtigen Dokumentationen genannt wird. Hollywood ist Übertreibung. Übertreibung ist immer eine subjektive Wertung. In jedem Film, der irgendwie etwas Faktisches berührt. Hollywood lügt, ganz bewusst, für die Handlung, für den Zuschauer, sagen die, lügen für den kreuzug Amerikas, kann man sagen. Ob eines von beiden richtig ist kann ich nicht sagen, ich würde mal sagen nein, aber das ist geraten.

Filme sind Subjektiv, Hollywoodfilme sicher sehr subjektiv. Warum diese Diskussion an dem Beispiel 300? Warum nicht die Diskussion offen führen. Einfach sagen worum es geht und sich nicht an irgendwelchen Karrikaturen oder eben Filmen abreiben und diese zur Gesprächsmitte machen. Warum kann man nicht einfach mal sagen, dass es ein Problem gibt zwischen dem islamisch und dem christlich geprägten Kulturkreis? Weil man sich dann der Gefahr aussetzt, dass Schönredner einem das Wort aus dem Mund nehmen und und das Problem kleinreden.

Kann ja auch sein, dass ich ein Islamophobiker bin und mir ein Problem herbeirede, deshalb wiegel ich jetzt ab und beschränke mich auf meine Hauptthese: Diese Diskussion geht am Film vorbei und hat andere Ziele, andere Motive und sollte der Film Grund zur Kritik bieten, was ja durchaus sein kann, dann sicherlich nicht, er sei zu subjektiv. das wäre zu billig.

/Und jetzt für all jene, die hier gelandet sind und einfach nur den Film sehen wollen, können dem Folgenden Link zum Trailer von 300 klicken und genießen.

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29. März 2007

Kommentare

Wir leben heute in einer Welt wo Wahrheit in Lüge dargestellt wird und die Lüge mit Wahrheit verbreitet wird. Für mich ganz klar ein gut gedrehter Hollywood Film mit der Unterstützung der amerikanischen Republikaner. Heutzutage ist nichts mehr durch Zufall zu belegen alles sind gut geplante Ereignisse.

Ich selbst bin auf den Gedanken auch schon gestoßen; dass nämlich der Kern der Diskussion ein gänzlich anderer ist. Ich habe mich in verschiedenen Foren mit der Bemühung um Differenziertheit als 300-Beführworter (und jemand der vorhin freudig die Karten zur Vorpremiere reserviert hat) bereits dazu geäußert und es scheint mir, dass sämtliche Standpunkte irgendwo im Netz schon breit getreten wurden.
Trotzdem merke ich auch, dass immer wieder durchkommt: Es geht in Wahrheit um ganz andere gesellschaftliche Ängste.
Denn dass niemand, der historisch minimal bewandert und in der Lage ist, sein Hirn zu gebrauchen, ernsthaft behaupten kann, dieser Film diffamiere irgendeine real existierende Person oder Volksgruppe, ist für mich persönlich klar, da der Bezug ja vollkommen fehlt.
Perser um 480 v. Chr. und der heutige Iran sind nach Meinung einiger Menschen das gleiche? Das ist nichts anderes, als würde ich mich als Deutscher des 21. Jahrhunderts mit einem Germanen zur Zeit Caesars vergleichen, nämlich haltlos und schwachsinnig.
Da eben dieser Realitätsbezug fehlt, geht es tatsächlich um andere Ängste und zwar (meiner Meinung nach) um die der glühenden 300-Verteufler.
Da wird in einigen Foren peinlich offenbar, mit welcher Paranoia der ein oder andere seine Umwelt betrachtet und das kann einem fast Angst machen.
In der Hoffnung, dass dies meinen Kommentar nicht zu sehr in die Länge zieht, muss ich hier aus einem Forum zitieren, wo einer der Kritiker sich folgendermaßen auslässt:
—- "300" an sich ist keine beleidigung, eine beleidigung sind jene heimlichen faschisten, denen der film aus dem herzen spricht, die klammheimlichen npd sympathisanten, männlich, arbeitslos, versager, ( oder wahlweise einfach bürgrlich deutsch ) bei denen der film resonanz weckt. er sagt alles, was sie nichtmal in worte fassen können. spricht ihnen aus der seele:
die verkrüppelten barbaren, die in "300" en masse über die leinwand stapfen sind in wahrheit sie selbt, der faszinierte kinozuschauer, der sich wünscht, sie mögen doch alle abgeschlachtet werden, diese schwuchteligen intellektuellen, diese deformierten behindies, diese arabs und kanacken. reiner währe die welt ohne sie, sauberer.—-

Dieser Text geht so noch ein Stück weiter und es ist mir fast unmöglich, etwas dazu zu sagen, so abartig sind die Gedanken dahinter. Es mag als Extrembeispiel erscheinen, doch ich habe vieler solcher Meinungen gelesen, jedoch nicht eine einzige eines 300-Freundes, wo derartiger sinnloser Hass, Verachtung und Rassismus hervortreten. Meine Ansicht ist, dass derartige Gedanken nur aus einem eigenen rassistischen, intoleranten Geist kommen können, denn eine Reaktion auf angeblich offen faschistoide Äußerungen war dieser Kommentar oben nicht, auch wenn er es behauptet.

Und das ist wohl das Problem: Ein Mensch, der derartiges Gedankengut hegt oder auf Abruf hervorbringen kann, versteckt sich vor sich selbst, wenn er seine Fehler bei anderen zu finden glaubt. Genau deshalb muss auch der Film als Orientierung und Deckung herhalten. Damit einige Kritiker sich ihr eigenes Wesen nicht zugestehen müssen, da sie sich den eigentlichen Problemen, die hinter der Debatte stehen, nicht stellen können. Sie würden sich ja selbst entdecken und finden, was aus solchen Beiträgen wie dem zitierten spricht.

Der passende Dress für diese Veranstaltung:
"13. Viele Linke identifizieren sich stark mit den Problemen von Gruppen, die als schwach (Frauen), unterdrückt (Indianer), abstoßend (Homosexuelle) oder anderweitig minderwertig angesehen werden. Diese Linken empfinden diese Gruppen als minderwertig. Zwar würden sie diese Gefühle niemals zugeben, aber genau deswegen, weil sie diese Gruppen als minderwertig ansehen, identifizieren sie sich mit ihren Problemen.(…)"

Unglaublich was für lächerliche Kritiken dieser Film einstecken mußte. Da fragt man sich doch allen Ernstes wieder mal, ob einige Menschen immer nur das sehen, was sie auch sehen wollen. Mir ist das ganze Brimborium darüber aber recht egal, denn der Film ist ein technischer Meilenstein, wenn man bedenkt, dass er komplett im Studio und mit Hilfe unglaublicher Rechenpower entstand. Anschauen und genießen! Mehr ist aus meiner Sicht dazu nicht mehr zu sagen.

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