Ich weiß ja nicht, aber wenn ich mir die Begründung für die Strafanzeige gegen die Bildzeitung und den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch wegen Volksverhetzung so anschaue, dann fehlt mir irgendwie der Grund für diese Anzeige. Die Readers Edition nimmt das Interview zwischen der Bild und Koch auseinander und zeigt wunderbar auf, was für einer mein lieber Herr Ministerpräsident ist. Aber Volksverhetzung?

Mal im Ernst, wenn das so durchgehen würde, dann säße bald nicht nur die halbe CDU/CSU ein, sondern mindestens auch ein Drittel der Multi-Kulti Grünen. Da gehst es zwar mit anderen Vorzeichen, aber mindestens genauso ungenau mit Ethnienbegriffen und Deutsch-Sein-Floskeln zu. Nicht das jetzt jemand die Grünen in die selbe Ecke stellt wie den Roland, aber man muss doch auch mal schauen, was bei sowas rauskommen würde. Denn dem Rolli einen reinwürgen ist eine Sache, aber das dann auch zu begründen eine andere. Ich meine explizit wir Politikblogger sind sonst alle ungemein Gefährdet, weil wir implizit mindestens Gefährder und bestimmt auch schon fast Terroristen sind. Das soll zwar die Gesinnung von Roland Koch nicht weiß waschen, aber die Idee bekommt dadurch komische Flecken, nämlich die des nicht zu Ende Gedachtem.

Eigentlich finde ich die Idee nämlich echt dufte. Readers Edition bekommt kräftig PR und der Roland muss wenigstens was dazu sagen. Aber hätte man diese super Idee nicht lieber für eine bessere Situation aufheben können, in der man den Vorwurf nicht erst in Nebensätzen zusammenklauben konstruieren muss? Hier zum Beispiel? Oder eben warten bis wieder so einer mit „Kinder statt Inder“ oder ähnlich enthirntem vorbeikommt. Warten muss man da echt nicht lange.

Ach jetzt urteile ich schon wieder. Ist eigentlich eine gute Idee und mit dem Koch trifft es sicherlich auch nicht den ganz Falschen, aber eine Volksverhetzung (scheiß Wort übrigens) kann man doch nicht nur aus dem Implizieten rausholen.

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29. Dezember 2007

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