Ich habe gerade auf dem Weg zur Uni im Radio Genesis – Jesus he knows me gehört und mir dazu einige Gedanken gemacht. Der Refrain geht folgendermaßen:

Jesus he knows me
and he knows I’m right
I’ve been talking to Jesus all my life
oh yes he knows me
and he knows I’m right
and he’s been telling me
everything is alright

Ich nehme diese Textstelle um mein Unbehagen solcher Aussagen gegenüber auszudrücken. Ich finde es problematisch solch eine Aussage zu treffen. Jesus kennt mich und weiß dass ich Recht habe bzw. mich auf dem rechten Weg befinde. Dabei muss ich zuerst zwei Grundlegende Dinge feststellen, denn nur eine damit gemeinte Aussage halte ich für gefährlich. Sollte Jesus hier als Motivation zu einem guten/rechten Leben verstanden werden, ist es eine normale Glaubensaussage, an der nichts zu bemängeln ist. Dass Jesus meint ich halte mich auf dem rechten Weg, oder aus meiner Ungläubigen Sicht, dass ich meine Jesus hält mein Leben für ein gut geführtes, dann drückt es eigentlich nur aus, dass ich zufrieden bin. Ob Jesus oder sonstwer, sonstwas das ausdrückt ist Teil meiner persönlichen Einstellung, meines Glaubens und somit normal, jeder glaubt an irgendwas.

Wenn ich aber die Textpassage nutze um nicht nur meine Einstellung auszudrücken, sondern den rechten Weg auch auf andere übertrage, dann wird es problematisch und sogar gefährlich. Leider geschieht das häufig, nicht nur im Nahen Osten, wo eben ein anderer Name als Jesus eingesetzt wird um das richtige zu begründen. Jesus denkt ich habe Recht, dann müssen auch alle Menschen sehen, dass ich Recht habe, zumindest alle rechten Menschen. So einfach kann ein Absolutheitsanspruch entstehen. Es braucht dabei nicht viel.

Es gibt viele tiefenpsychologische Bücher über die Entstehung von religiösem Fanatismus, von denen sicher viele ihre Berechtigung besitzen und viele kluge Dinge beinhalten, aber berichtigt mich, wenn ihr nicht auch schon in solchen einfachen Glaubensbekenntnissen die Anlage zu jeglichem Fanatismus seht. Ich sehe ihn.

Es ist noch einmal festzuhalten, dass Glauben, egal ob christlicher, muslimischer oder egal welcher Religion nicht absolut geäußert werden muss. Ob Religion ohne absolute Anspruch auskommt, ist eine andere Frage. Aber öffentliche Äußerungen und ein Lied ist das, sollten vielleicht etwas differenzierter Ausdrücken, was Jesus meinte.

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12. April 2007

Kommentare

Betrachte doch bitte auch mal den Rest des Songs.
Wont find me practising what Im preaching
Wont find me making no sacrifice
But I can get you a pocketful of miracles
If you promise to be good, try to be nice
God will take good care of you
Just do as I say, dont do as I do

Ich habe mich jetzt nicht wirklich damit befasst, ich vermute aber eher eine Kritik an all jenen "Stars", die viel über Gott und Glauben reden (Die Doppelmoral der Amis ist ja wohl bekannt. Alle gehen Sonntags in die Kirche, aber tatsächlich Glauben tut kaum einer) und im Mittelpunkt stehen, deshalb also eine Vorbildfunktion haben, aber, und das muss man nicht nur auf den Glauben beziehen, einfach nicht danach handeln, was sie "predigen".
Wie gesagt, ich habe mich nicht ausführlich damit befasst, man sollte aber nicht einfach eine Textstelle nehmen, und sie interpretieren, ohne den Rest zu betrachten.
Wenn man nur die Stelle betrachtet, stimme ich Dir zu. Mit einer solchen Aussage sollte man vorsichtig sein.
Mit Fanatismus hat das aber nichts zu tun, finde ich. Aber die Ansätze zum Fanatismus liegen in der öffentlichen Darstellung seines Glaubens, da stimme ich zu.

Gute Erweiterung meines Beitrags, kann ich so mit unterschreiben. Ich will ja auch nur auf die gefahr hindeuten, die solche Äußerungen in sich birgen. Genesis ahbe ich nur als Aufhänger benutzt und wollte dort überhaupt nichts unterstellen, sei dann hiermit noch mal in aller Deutlichkeit gesagt.

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