Ich finde die Aktion von „Geld oder Leben“ gut und witzig (hier in Selbstbeschreibung und hier in der sueddeutschen. Sie war einfallsreich und kreativ, dabei nicht nur plakativ und provokativ sondern auch inhaltlich. Sehe ich wirklich so, auch wenn die meisten ähnlicher Aktionen eher als Demonstrationstourismus sehe und nicht als Anstoß zu Diskussionen. Doch diese Aktion war so groß und geplant, dass es wohl nicht ausreichen wird nur eine Debatte zur Sicherheit im Bundestag zu führen.

Allerdings, es wäre utopisch zu glauben, dass dadurch jetzt eine wirkliche Diskussion über die Zukunft der Demokratie, gar des Systems ausbrechen würde. Aber das ist kein wirkliches Gegenargument und soll auch keines sein. Es führt mich eher zum Video der Aktion. Hättet ihr nicht einfach den Mund halten können, dann würde ich die Aktion durchweg gut heißen. Aber kategorische Aussagen sind nicht der richtige Weg um einen Diskurs zu eröffnen:

„Das es nur darum geht in dieser Gesellschaft als Humankapital zu dienen…“

Warum denn immer so Hirnlos? Damit wird doch die Aktion egalisiert. Nein es geht nicht nur darum Humankapital zu sein, aber euch geht tierisch auf den Sack, das es in diese Richtung geht. Dann sagt das aber doch auch und disqualifiziert euch nicht selbst mit einer Rhetorik, die ebenso Falsch wie Systemkonform ist. Kategorische Aussagen sind doch eines der großen Probleme in Diskursen, da sie nur sehr selten Berechtigung haben, aber sehr oft genutzt werden. Aber mit gegenseitiger Provokation gewinnt man vielleicht Wahlen aber in Hinblick auf Verbesserung keinen Blumenkübel. So sieht die Aktion aus wie eine gut geplante Wahlveranstalltung, super Programm nur wenn die Anwesenden den Mund aufmachen wirds peinlich. Ihr kennt doch alle Stoibers Flughafenrede.

Die Aktion, die Website, ein paar gut ausformulierte Flyer, aber bitte Klappe halten, dann wirkt das auch. Wie gesagt, eigentlich eine super Aktion, aber agieren alleine reicht nicht, wenn nichts dahinter steht. Kritik nur als Zweck um das Gegenteil zu erreichen ist immer polemisch und somit auch nicht besser, als das, was unsere Politiker zu bieten haben.

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30. April 2007