Irgendwie fällt es mir schwer über etwas positives zu schreiben. Ich hätte eigentlich mal wieder Lust über Erfolge der Politik zu schreiben oder über die mir so ans Herz gewachsene Tour de France. Aber beides scheint mir doch ziemlich verseucht. Doping und Terror. Die Gegensätze sind komische Live Earth Konzerte und ähnlicher brainfuck.

Das diesjährige Sommerloch wird von unserem Innenminister gefüllt, dessen Vorschläge mittlerweile doch nicht einmal mehr zynisch zu betrachten sind. Kann nicht irgendeine große Firma ihm einen einen tollen bezahlten Urlaub schenken, dann hällt er wenigstens mal für einige Zeit die Klappe. Das wird mir langsam wirklich unerträglich. Da ist ja Korruption sogar positiver einzuschätzen.

Aber ihm scheint die Buhmann-Rolle dann aber zu sehr zu gefallen, oder hat er sich schon so sehr aus der Realität zurückgezogen, dass ihm die Aufschreie gar nicht mehr erreichen? Ich meine Angie, bitte wenn euch nicht nur paranoide Flachdenker beim nächsten Mal wählen sollen, dann musst du schnell mal was unternehmen. Echt jetzt!

Ich wen soll man denn jetzt noch wählen? Die Positionen sind entweder nicht vorhanden oder so dermaßen abwegig und der Realität widersprechend, dass es einem Angst und Bange wird. Aber das soll ja bekanntermaßen ein sicherer Regierungsstil sein. Ängstliche Bürger machen jeden Scheiß mit. Da helfen auch keine politischen Esoterikerwie der Lafontaine, die dagegen halten und wiederum andere Märchen erzählen.

Ich will hier raus. Sagt mal, war das Theater schon immer so armselig oder kann ich mich nur an die harmlosen Sommerlöcher erinnern. Scharping im Pool, das waren doch bis jetzt die Themen. Ist zwar auch nicht unbedingt politisch Fördernd, aber wenigstens lauern dann nicht solche Berserker auf ihre Chancen.

Ach, versprochen, wenn sich meine kurzweilige Resignation gelegt hat, schreibe ich auch wieder inhaltlicher. Eine gründlichere Auseinandersetzung findet sich drüben beim Spiegelfechter

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9. Juli 2007

Kommentare

Tour de France würde Sinn machen, vom Sommerloch ins Dopingloch. Oder halt auch da hat man ja die Buhmänner, um vom allgemeinen Problem seit Jahren(!) abzulenken.

> Sagt mal, war das Theater schon immer so armselig

Ja nur das Internet rückt das alles mehr in den Mittelpunkt und zu Zeiten von Schily trauten sich viele noch nicht so recht, denn Schily war ja Sozialdemokrat – da hatte so mancher linke Revoluzzer im jugendlichen Eifer doch eine immense Hemmschwelle inne. Wie man aber sieht, nutzt die Tadelung von Buhmännern in puncto Nachhaltigkeit jedoch überhaupt nichts – im Gegenteil, das ganze ist recht kontraproduktiv, kehrt man doch das eigentliche Problem geflissentlich unter den Teppich 🙂

Addendum: ich bin zu schnell mit dem absenden, die sommerlichen Theater bzw. die Titutlierung als solche ist auch nicht gerade der Bringer. Man könnte vermeinen, das gehe vorrüber. Dem ist aber nicht so, auch heute spüren wir noch desöfteren die Nachwehen der sommerlichen Theateraufführungen früherer Regierungen und wundern uns dann doch immer wieder warum alles nur so scheiße ist 😉

Es gibt da zwei geflügelte Worte die einem auch da zu denken geben sollten:

1. Hunde die bellen, beißen nicht

und

2. Stille Wasser sind tief.

Auf wen welches zutrifft, müßte demjenigen, der aufmerksam diese Dinge über die Jahre verfolgte, wohl recht schnell gewahr werden 😉

Oliver, die Hoffnung, dass es vielelicht doch irgendwann vorbeigeht, ist mein Kampf gegen die Resignation, welche meinen Willen zur Freiheit determiniert;) Du hast ganz Recht und deshalb widerspreche ich auch dir, Jörg: Es wird wenig bringen einen neuen Innenminister einzusetzen, solange die paranoide Angst in diesem land vor ominösen Fremden die unsere „Kultur“ unsere „Werte“ zerstören wollen, nicht endlich mal der Einsicht weicht, dass diese Fremden leben wollen wie wir, leben wie wir, Freiheit wollen wie wir und einfach nicht anders sind. Sie leben anders, aber ich lebe auch anders als du, oliver und die meisten anderen meiner Leser. ich habe andere Werte, definiere Kultur anders, habe andere Meinungen. Aber weil ich die „richtige“ Hautfarbe, nicht die „falsche“ Religion usw. habe fällt das keinem auf.

Es ist zwar richtig, dass man seine Werte verdeitigen muss, das ist individuelle Freiheit, aber niemand hat verteidigen als Gewalt deklariert. Wenn das aber ein „Volk“ sagt, wird es lächerlich, was die argumentative Grundlage angeht. Wer sind denn die Deutschen, wer sind die Islamisten? Ach scheiße, ich bekomme schon wieder schlechte Laune.

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