Eine Mail mit diesem Betreff erreichte heute mein Postfach und ich kann euch sagen, ich bin entsetzt und eigentlich doch nicht erstaunt. Absender war eine Firma, nennen wir sie im Folgenden einfach FIRMA, die Studierenden Vergünstigungen bei Hard- und Software anbietet. Dort habe ich mein MacBook gekauft. Nun ich mache mir nicht unbedingt Gedanken um das Image der Geschäftspartner, bei denen ich Zeug kaufe, ist es doch eher Ausdruck der Höhe des Werbeetats als Abbildung der Wirklichkeit.

Aber die Werbung, die mich heute erreichte war an Opportunismus erster Güte nicht zu überbieten. Da blinkt mir ein „Die Welt ist nicht gerecht“ entgegen und will mir verklickern, dass die FIRMA auch so was von gegen G8 ist um sich bei den Studenten anzubieder. Nicht, dass ich denke, dass würde durch solche Mails nicht auch klappen, aber mich bekommt ihr damit nicht.

Die FIRMA verkauft so ziemlich alles was es für PC und Mac gibt. Woher diese Ware kommt und wie sie hergestellt wird ist jedem klar. Global und das ein oder andere Kind aus Singapur war vielleicht auch beteiligt, man hat da schon mal was gehört über Computerproduktion, auch wenn ich das natürlich nicht im Bezug auf die FIRMA behaupten will. Computer sind der Inbegriff von Globalisierung, kaum ein Produkt hat selbige so weit vorrangetrieben.

Die FIRMA verkauft wohl nicht Global, ist aber dennoch involviert in die Globalisierung, für die G8 nur als Sinnbild steht. Und zwar so was von. Kaum ein Unternehmen kann noch von sich behaupten, nicht an der Globalisierung beteiligt zu sein, wie denn auch?

Aber warum dann diese Mail bitte? Nicht nachgedacht? Einfach mal was gemacht?

Ich denke, dass viele Studenten, an die richtet sich die Mail nunmal, einfach nicht so weit denken. „Blink, Blink, gegen G8 und Globalisierung, toll. Ich ja auch. Da kaufe ich, die sind die Guten.“ So einfach sollen wir denken? Ich habe schon geschrieben, dass ich glaube, dass könnte funktionieren und diese mail wird sicher zu einem positiveren Image beitragen, aber wenn das wirklich der Fall sein sollte, dann wäre ich entsetzt.

Warum muss Werbung immer so plump sein, liegt das am Menschen?

PS: Ich nenne lieber nicht den Namen der FIRMA, man weiß ja nie so heute. Ich denke, jeder, der das Unicum liest weiß bescheid und für andere ist es eh nicht interessant. Ich kann keine Abmahnungen gebrauchn, Geld hätte ich nämlich keines und wie schnell das heute geht, kann man sehen, wenn man nur mal nach Abmahnungen bei google oder sonstwo sucht. Ich bin wirklich vorsichtig geworden.

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8. Juni 2007

Kommentare

In Sachen Abmahnungsgefahr hast du prinzipiell sicher recht und kennst dich als Mitautor des Upload-Magazins ja auch bestens damit aus. Im von Dir skizzierten Fall hätte ich allerdings (obwohl gebranntes Kind) durchaus den Namen der Firma genannt. Denn, es darf doch wohl noch erlaubt sein, zu erwähnen, wenn sich ein Unternehmen auf fragwürdige Weise bei einem bestimmten Klientel anbiedert.

Und nichts anderes ist das, was du schreibst. Irgendwie schon sehr opportunistisch – bleibt zu hoffen, daß genug Studenten so kritisch denken wie Du – dann sollte so ein Versuch, trittbrettfahrermäßig mit der Sympathie für Protestbewegungen mitzuschwimmen und eigenen Profit daraus zu ziehen, eher kontraproduktiv wirken. 😉

Vielleicht waren auch Kinder bei der Herstellung des Komputers eingestellt. Das halte ich als eher unwahrscheinlich, es gibt viele Gutemenschen die sich darum kümmern das arme Leute ihre Kinder lieber vehungern lassen als das sie zu ihren Überleben beitragen. Die Tatsache das unsere eigenen Großeltern mit 12 schon auf dem Feld eingesetzt wurden, zählt nicht, wir können doch einfach nicht erlauben das in armen Gemeinschaften in Indien zum Beispiel. Umstände herschen wie vor 80 Jahren.

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