Ich habe mir heute meine Hausarbeit des letzten Semesters abgeholt und mit Frau Wille darüber gesprochen. Das Ergebnis in Form einer Note war nicht sonderlich berauschend und ich wollte mir meine Fehler aufzeigen lassen um diese in der nächsten Hausarbeit nicht mehr zu machen.Eigentlich sollte dieses System, aus Fehlern lernen, das universitäre System sein. Leider lässt der Bachelor dies nur bedingt zu. Alle Klausurergebnisse fließen in die Gesamtnote ein und ergeben den Notenschnitt des Bachelors. Dieser wiederum entscheidet darüber, ob man einen Master machen kann oder nicht.Da man nur 6 Semester studiert kann man sich große Ausreißer nach Unten nicht leisten. So schlecht war meine Arbeit nicht, dass ich mir jetzt anfangen müsste Sorgen zu machen, aber der Druck, der hinter dem Bachelorstudiengängen steht ist meiner Meinung nach nur bedingt hilfreich.Meine Arbeit war nicht so gut, weil ich zu oberflächlich gearbeitet habe. Ich habe viele Begriffe, die ich in meiner Arbeit verwende, nicht tiefergehend genug erklärt oder zum Teil sogar gar nicht eingeführt, sondern als unmissverständlich vorrausgesetzt.Kein Beinbruch, sondern ein normaler Fehler im Prozess dessen, was eine universitäre Ausbildung sein sollte. Ich werde versuchen diesen Fehler in folgenden Arbeiten nicht mehr zu machen. Was aber, wenn noch einige andere Standardfehler hinzugekommen wären? Wenn meine Arbeit nur eine 4 gewesen wäre? Mein Studium wäre von Anfang an belastet gewesen.Ich habe mir mit meinem Thema sicher keinen Gefallen getan, es war keines der „einfachen“. Und doch bin ich gewissermaßen froh diesen Fehler gemacht zu haben und werde auch im folgenden Themen wählen, die mich eher überfordern. Mit einer 4 im Rücken würde ich das nicht tun.Genau aus diesem Grunde ist der Druck unnötig. Er verflacht das Studium eher, als es effizienter zu machen, was sicher Ziel der Einführung von Bachelorstudiengängen war und ist.

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23. Mai 2007